Das islamische Gebet

von Ecevit Polat am 27. März 2011


Heilsam ist das islamische Gebet gewiss bei der Bekämpfung zeitgenössischer Stress – Symptome, deren Ursachen schnell analysiert sind. Der moderne Mensch arbeitet quantitativ, zumal körperlich, nicht mehr als in früheren Zeiten, eher umgekehrt. Neu ist die Beschleunigung aller Vorgänge – per Telex, Fax , Electronic Mail, Internet und Eilkurier, die bei Untergebenen- weniger beim Chef- zur Überforderung führt: dem bangen Gefühl, den Überblick zu verlieren, von Terminen überrollt zu werden, zu versagen. Alkohol, Nikotin, Schlaf und Aufputschtabletten verschlimmern den Befund. Die (Herzinfarkt) Kosten des gehobenen Managements sind zu hoch, dass man Spitzenkräfte zwingt, Urlaub zu nehmen, in Personalführungskursen über bio- Feedback und Transzendentale Meditation spricht und die japanische Teezeremonie für sich entdeckt.

Meine These ist, dass das islamische Gebet all dass und noch mehr leistet, indem es den Gläubigen nicht nur zum Abschalten verhilft, sondern auch zur notwendigen inneren Unhabhängigkeit von Geld, Ansehen und Karriere.

Dank der islamischen Institution des Gebets kann kein wahrer Muslim gestresst sein und kein Gestresster Muslim.

Ich weiß, wovon ich spreche, denn von 1979 bis 1983 als Leiter des Referats Nato und Verteidigung im Auswärtigen Amt und von 1983 bis 1987 als akut attentatsgefährdeter Informationsdirektor der Nordatlantischen Allianz in Brüssel war ich allen Faktoren ausgesetzt, die Stress erzeugen.

Mit anderen Worten: Über das Gebet fand auch ich diejenige Gelassenheit und innere Unhabhängigkeit, die den Muslim äußeren Zwängen entzieht, weil er aus einer Welt aussteigen kann, für die Zeit Geld und Geld alles ist.

Wer eine abwesende Frau seiner Liebe versichert, aber kein Bedürfnis hat, sie anzurufen oder Ihr zu schreiben, und den ganzen Tag über auch keinen Blick auf Ihr Foto wirft, liebt in Wirklichkeit nicht.

Quelle: Reise Nach Mekka. Murad Wilfried Hofmann.

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