Ist das Kopftuch eine Pflicht für Frauen?

von Ecevit Polat am 31. Januar 2013


 

Das Kopftuch ist ohne Zweifel das am meist diskutierte äußere Merkmal, was vor allem zugleich auch Ausdruck der religiösen Einstellung von Musliminnen implizieren soll. Für die überwiegende Mehrheit der Muslime, scheint das Tragen von Kopftuch unter allen Umständen eine religiöse Pflicht zu sein. Nicht selten kann zudem beobachtet werden, dass Frauen die zum Islam konvertieren, nach einer gewissen Zeit anfangen, ein Kopftuch zu Tragen, um so Gottes Wohlgefallen erlangen zu können. Die Befürworter des Kopftuches beziehen sich hauptsächlich auf die Sure 24 Vers 31, indem es heißt: “Und sage zu den Gläubigen Frauen, dass sie ihre Blicke niederhalten sollen und dass sie ihren Intimbereich schützen und ihre Keuschheit wahren sollen und dass sie ihre Reize nicht zur Schau stellen sollen, bis auf das, was davon zwangsläufig sichtbar wird, und dass sie ihre Kopftücher über ihre Ausschnitte ziehen sollen […]”

In Anlehnung zu diesem Vers schreibt der umstrittene Gelehrte Prof. Jusuf Al- Qaradawi:1Für die muslimische Frau ist es Pflicht, dass sie ihren Kopf, Busen und Hals vollständig bedeckt, so dass davon nichts sichtbar ist.“2

Der eigentliche Grund, weshalb die Frauen ab der Pubertät die Haare bedecken sollen, liegt vor allem daran, dass sie die Männer zum sexuellen Begehren animieren können. Erst wenn die Frauen sich verschleiern würden, so gäbe es auch keinen Anlass mehr für die sexuellen Ausschreitungen seitens der Männer. Der Gründer der Nurcu- Bewegung Said Nursi (gest. 1960), bestätigt diesen Umstand wie folgt: „Doch durch die Verhüllung ist für die fremden Männer eine Verlockung nicht gegeben und für Ausschreitungen kein Platz. Sie wird durch eine wesensmäßige Schwäche anbefohlen, ja sogar gefordert. So erweist sie sich als ein Schutzwall und eine Festung.“3

Hiernach ist der Mann ein schwaches Wesen, der allein durch den Anblick der Haare, die ein Synonym für die Schönheit der Frau ist, aufdringlich wird. Der Korankommentator Abu´l Lays Samarkandi (gest. 983) ist sogar der Ansicht, dass die Frauen die alleinige Verantwortung für den Ehebruch (zina) tragen: „Denn es sind die Frauen, die die Männer zum Ehebruch (zina) verleiten. Sobald die Frauen sich beherrschen, würde der unerlaubte Geschlechtsverkehr komplett ausgerottet werden.“4 Eine andere Funktion des Kopftuches soll eine Grenze zwischen Frauen und Männern setzten. Somit werden präventiv Übergriffe auf Frauen erfolgreich unterbunden, wie es in dem in Deutschland zu gratis verteiltem Buch zusammenfassend erklärt wird: „Die islamisch vorgeschriebene Bekleidung der Frau dient deren Schutz, um unerlaubte Gedanken des Mannes von vornherein zu unterbinden. Selbstverständlich hat jeder Mann grundsätzlich die Pflicht, sich keusch zu verhalten und selbst seine Blicke unter Kontrolle zu halten. Doch gibt es auch schwache Männer und der Islam ist für jeden konzipiert. Durch Kopftuch und verhüllende Kleidung wird ein deutliches Signal gesetzt und eine Grenze zwischen der Frau und fremden Männern gezogen.“5

Für die türkische Frauenrechtlerin und Aktivisten Hülya Sekerci, ist das Kopftuch eine unhinterfragbare Pflicht auch deshalb, weil es parallel wie das verrichten des Gebetes seit über 1400 Jahren ununterbrochen von Frauen bis heute praktiziert wird.6

Der ehemalige Präsident für religiöse Angelegenheiten der Türkei Prof. Ali Bardakoglu, kommt zu einem ähnlichen Entschluss, indem primär entscheidend ist, wie die Mehrheit der Muslime darüber denkt, wobei auch die soziologischen Überlegungen zum Kopftuch mitberücksichtigt werden müssen: „Wenn man eine Religion näher in Augenschein nimmt, muss man Erfahrungen, gelebte Religiosität sowie soziologische Überlegungen berücksichtigen. Zu behaupten, „ich finde nicht, dass Kopftücher ein religiöses Gebot darstellen“, (…) Das mag stimmen, die Mehrheit der Bevölkerung (in der Türkei) ist allerdings anderer Ansicht (…) Es ist offensichtlich, dass die islamische Welt davon überzeugt ist, dass das Tragen des Kopftuches ein religiöses Gebot darstellt. An dieser Tatsache können wir nichts ändern.“7

Nach Prof. Tariq Ramadan beginnen viele Eltern von Anfang an einen erheblichen Fehler in der Erziehung ihrer Töchter. Anstatt die religiöse Bildung ihrer Töchter über die Jahre hinweg zu fördern und zu unterstützen, fordern sie ohne die koranische Methodologie zu berücksichtigen, als erstes damit zu beginnen, ein Kopftuch zu tragen. Ramadan der selbst ein Befürworter des Kopftuches ist, schreibt dazu: „Manche Eltern versteifen sich darauf , die religiöse Bildung ihrer Töchter mit dem beginnen zu lassen, was ihre Vollendung sein sollte (eine willentliche und gewünschte Vollendung); sie vergessen dabei, dass das Gebot des Kopftuchs aus dem fünfzehnten Jahr der Offenbarung stammt: fünfzehn Jahre, die für die ersten Muslime Jahre des Lernens, der Vertiefung und vor allem des intensiven spirituellen Lebens waren.“8

Eine nicht zu unterschätzende Anzahl von Gelehrten vertreten jedoch die Sichtweise, dass das bedecken der Haare nicht explizit unter einem Gebot steht. Wenn die öffentliche Sichtbarkeit der Haare eine Sünde sei, so müsse sie konsequenterweise und ohne Interpretation jedweder Gelehrten explizit und nicht unzweideutig sein. Muhammad Asad (gest. 1992) ist der Ansicht, dass es in dem oben zitierten Koranvers (24:31) nicht darum geht, die Haare zu bedecken, da die Freien Frauen ohnedies eine Kopfbedeckung trugen, sondern vielmehr um die Bedeckung des Busen, die zu jener Zeit durch den weiten Ausschnitt im Dekoltee vernehmbar war: „Das Wort khimar (von dem khumur die Mehrzahl ist) bezeichnet die der Sitte von den arabischen Frauen vor und nach der Ankunft des Islam gebrauchte Kopfbedeckung. Nach den meisten klassischen Kommentatoren wurde sie in der vorislamischen Zeit mehr oder weniger als Schmuck getragen und lose über dem Nacken der Trägerin heruntergelassen, und da in Übereinstimmung mit der zu dieser Zeit vorherrschenden Mode das Oberteil des Frauengewandes vorn eine weite Öffnung hatte, waren ihre Brüste unbedeckt. Daher bezieht sich die Anweisung, den Busen mit einem khimar zu bedecken, nicht notwendigerweise auf den Gebrauch eines khimar als solchen, sondern soll vielmehr klarmachen, dass die Brüste der Frau nicht in die Vorstellung dessen einbezogen sind, was von ihrem Körper schicklicherweise sichtbar sein mag und deshalb nicht gezeigt werden sollte.“9

Bereits im 10. Jahrhundert kommentierte der hanafitische Koranexeget al- Dschassas (gest. 980) in seinem monumentalen Werk „Ahkamu l Quran“, dass in 24:31 nicht die Haare, sondern der Nacken und die Brüste zu bedecken sei. Ausserdem zitiert al- Dschassas den tabiun (Gefährtennachfolger) Said b. Cubeyr (gest. 713), indem dieser folgendes sagte: „dass das Nichtbedecken der Haare nicht “haram” (verboten) sei, sondern nur als “makruh” (nicht empfehlenswert) zu bezeichnen ist.“10

Der Begriff “Kopftuch“, der im Arabischen etwa den Ausdrücken “burqu“, “qina” und “litam” entspicht, kommt im Koran überhaupt nicht vor.11

Wenn das Tragen eines Kopftuchs wirklich eine absolute Pflicht wäre, so würden die Begriffe “Kopf“(Ra´s) und “Haare“ (sa´r) im entsprechenden Koranvers zu 24/31 mit erwähnt sein. Weshalb werden so wichtige Begriffe wie “Kopf“ und “Haare“ erst gar nicht mitgeteilt, wo doch der Koran: „Siehe, Gott scheut sich nicht, ein Gleichnis mit einer Mücke zu machen“ sagt?12

Auch für den Imam der Penzberger muslimischen Gemeinde Benjamin Idriz, ist das Tragen eines Kopftuches keine religiöse Pflicht. Idriz stützt seine These weitestgehend auf den in Ankara lehrenden Theologen Prof. Ilhami Güler: „Den Kopf (das Haar) zu bedecken, ist hingegen eine Interpretation, die aus diesem Gebot hergeleitet wurde, und eine Tradition, die in muslimischen Gesellschaften seit 14 Jahrhunderten praktiziert wird (…) der Islam verlangt von der Frau die Bedeckung der Körperteile, die für den Mann sexuell anziehend sind, und das ist der Bereich zwischen Hals, Handgelenken und Knien.“13

Außerdem wird auch überliefert, dass Umar al- Khattab (gest.644) eine Sklavin beim beten mit einem Kopftuch beobachtete, schnell eilte er zu ihr, riss während des Gebetes noch ihren Kopftuch herunter und peitschte sie in aller Öffentlichkeit. Schließlich sagte Umar zu der Sklavin: „möchtest du den Freien Frauen nachahmen?!“14

Die Kopfbedeckung war ein Zeichen für den sozialen Status. Frauen ohne Kopfbedeckung waren Unfreie, Arbeiter und Sklavinnen, die mit bedecktem Haupt gehörten hingegen der Schicht der Privilegierten und Freien an. Wenn das tragen eines Kopftuches unter allen Umständen Pflicht wäre, wie könnte Umar al-Khattab, dass Kopftuch der Sklavin während des Gebetes vom Kopf reißen?

Der irakische Gelehrte und Lehrer von Abu Hanifa (gest. 767) Ibrahim en-Nehai (gest. 714) unterstrich die soziokulturellen Begebenheiten des 7. Jahrhunderts, nachdem er unter anderem seine Sichtweise kundtat, wonach die Sklavinnen (also unfreie Frauen) weder ihren Kopf, noch ihren Hals zu bedecken brauchten.15

„Erfüllt das Kopftuch in Deutschland heute noch denselben Zweck?” Fragt sich die Islamwissenschaftlerin Lamya Kaddor. Denn die ursprüngliche Funktion vom Kopftuch bot der Frau die Möglichkeit, sich frei und nicht wie gewöhnlich in der Öffentlichkeit durch die unbändigen Männer belästigt zu werden. Wie die islamischen Primärquellen in sämtlichen Werken berichten, wurden unverschleierte Frauen von seitens der Männer geradezu genötigt. Somit diente das Kopftuch als Zweck zum Schutze der Frau auf der arabischen Halbinsel des 7. Jahrhunderts.16 Wenn nun aber der Schutz für die Frauen vor Belästigungen in modernen Gesellschaften durch die damit einhergehende Entwicklung von Zivilisation und seiner Verfassungen gewährt sind, würde dies dem Zweck des Kopftuches dann entsprechen können?

Der Hijab ist heute (higab) derweil ein Synonym für das Kopftuch geworden. Wenn dass Kopftuch beschrieben oder angedeutet werden soll, so benutzen Muslime ungeachtet der ethnischen Herkunft die Bezeichnung Hijab für das Kopftuch. Der Koran benutzt den Hijab in verschiedenen Suren im unterschiedlichen Kontext.

Die maßgebliche Stelle (33,53) lautet: Und wenn ihr sie (d. h. die Frauen des Propheten) um etwas bittet, was ihr braucht, so tut das hinter einer Abschirmung (Hijab).

Mit Hijab ist aber keineswegs ein ,,Kleidungsstück“ gemeint, sondern eine Art Trennwand bzw. ein irgendwie trennender Gegenstand (ob Mauer oder Vorhang), der auch an anderen Stellen im Koran erwähnt wird: Zwischen den Bewohnern des Paradieses und der Hölle ist ein Hijab (7, 47); Maria(r.) zieht sich vor ihren Angehörigen nach Osten zurück und verbirgt sich hinter einem Hijab (19, 16); zwischen dem Propheten und den Ungläubigen besteht ein trennender Hijab (17, 45; 41, 5), und Gott redet zu Menschen nur durch ,, Offenbarung“ (wahy) oder eben ,,hinter einem Hijab“ (42, 51).

Deshalb schlussfolgert Prof. Hartmut Bobzin den folgenden Satz: „Die heutige Verwendung des Wortes Hijab (higab) im Sinne von ,,Kopftuch“ bzw. ,,Schleier“ kann jedenfalls, um ein Fazit zu ziehen, aus dem Koran nicht begründet werden.“17

Benjamin Idriz weist nachdrücklich darauf hin, dass alle Gebote und Verbote gleichermaßen, ungeachtet des geschlechtlichen gelten müssen. Es kann nicht sein, dass Gott einen Unterschied in Sachen des Glaubens gesetzt hat:Wenn etwas vom Glauben her „verboten“ (haram) oder „zulässig“ (helal) ist, dann muss es ohne Unterschied für Männer und Frauen gelten! Das ist die Lehre des Islam (…)“18

Tatsächlich geht das Gebot des Kopftuchtragens, bezeugt durch die frühsten Zeugnisse, bis in die Zeit von Mesopotamien zurück. Wie aus einem Rechtsdokument aus Assur (ca. 1450-1250) zu entnehmen ist, durften zu jener Zeit sich nur verheiratete Frauen und Witwen verschleiern. Sklavinnen, Mädchen und Dirnen war es unter allen Umständen verboten gewesen sich zu verschleiern.19

Gegenwärtig führt die Diskussion um das Kopftuch innerhalb der Muslime auch zu einem Zerwürfnis. Die Befürworter des Kopftuches argumentieren ihrerseits, dass bereits alle Rechtsschulen den Schleier als eine absolute Pflicht deklariert haben. Muslimische Gegenstimmen wurden dabei nicht selten zensiert. Das beste Beispiel ist das Buch von Prof. Roger Garaudy „Verheißung Islam“. In diesem weist der Autor nachdrücklich darauf hin, dass eine Rechtfertigung für das Tragen des Kopftuches für alle Zeiten durch den Koran nicht legitimiert ist. Der muslimische Verleger dieses Buches, der SKD Bavaria Verlag, zensierte in einer Fußnote die zu revidierende Ansicht von Garaudy und wies mit Besorgnis darauf hin:Die Frau, die ihren Kopf bedeckt, ist innerlich freier und selbstbewusster als die ohne Kopfbedeckung!20

In seiner Biografie schildert der ehemalige deutsche Botschafter Dr. Murad Wilfried Hofmann eine Begebenheit auf die Einladung in Lützelbach mit muslimischen Frauen hin. Als dieser in seinem aufsehen erregenden Buch „Der Islam als Alternative“ auch die Ansicht vertrat, dass das Kopftuch nicht unter allen Voraussetzungen eine Pflicht sei, so missfiel dieser Aspekt in aller Deutlichkeit den Gastgebern:Die meisten meiner deutschen Schwestern hatten mein Buch „Der Islam als Alternative“ gut gefallen, nur ein Aspekt missfiel: dass ich die Meinung vertrat, das Bedecken des Haares sei nur dort notwendig, wo das Nichtbedecken einen erotischen Effekt hat (S. 180 f.). Ich wurde im Juli 1993 von einer Gruppe deutscher muslimischer Frauen eigens in das Haus des Islam von Lützelbach bestellt, um mir ihre Enttäuschung darüber in aller Freundschaft anhören zu können. Wie dem auch sei. Ich hoffe, das der Leser inzwischen keine Schwierigkeit hat zu bejahen, dass Islam mehr ist als die Frage nach der richtigen Kopfbedeckung der Frau. 21

Von grundlegender Bedeutung für die gegenwärtige Diskussion wäre hiernach, die konträre Positionen zum Kopftuch weitestgehend zu tolerieren. Hatte der Prophet nicht gesagt:Die Meinungsunterschiede unter den Kenntnisreichen meiner Gemeinde sind eine Gnade Gottes?“22

1 Katajun Amirpur/Ludwig Ammann (Hg.) Der Islam am Wendepunkt, S. 109-117. Ausgabe Bundeszentrale für politische Bildung 2006.

2 Erlaubtes und verbotenes im Islam, S. 222, SKD Bavaria Verlag, 4. neubearbeitete Auflage 2003.

3 Said Nursi, Blitze, S.393.

4 Samarkandi, Tefsiru´l Kuran, Bd. 2, S. 192. Özgü yayinlari 2007.

5 Ibrahim Abou Nagie, Es gibt keinen Gott außer Allah, S. 166, 2. Auflage.

6 Hülya Sekerci, Kuran Hayat Ekseninde Mümin Kadin, S. 73. 3. Auflage 2013 Ekin Verlag.

7 Ali Bardakoglu, Religion und Gesellschaft. Neue Perspektiven aus der Türkei, S. 165-166.

8 Tariq Ramadan, Der Islam und der Westen. Von der Konfrontation zum Dialog der Zivilisationen, S. 97-98.

9 Muhammad Asad. Die Botschaft des Koran, S. 677.

10 Ahkamu l-Quran, Bd. 3, S. 461. Ausgabe Beyrut 1993.

11 Smail Balic, Islam für Europa, S. 149.

12 Sahin Filiz, Basörtüsü Söylemin Dinsel Temelsizligi, S. 49. Siehe zum Koranvers: 2:26.

13 Grüß Gott Herr Imam, S. 158. Siehe hierzu auch: Ilhami Güler, Direnis Teolojisi, S. 121-126. Ankara Okulu zweite Auflage 2011.

14 Serahsi (gest. 1090) al- Mabsut, Bd. 1, 212.

15 Ibn Ebi Seybe, Bd. 1, S. 91. Siehe aber auch: Islamiyat, Ausgabe April-Juni 2001, S. 63.

16 Lamya Kaddor, Muslimisch- Weiblich- Deutsch! S. 47-53. C. H. Beck Verlag München 2010.

17 Hartmut Bobzin, Der Koran, S. 80.

18 Grüss Gott Herr Imam, S. 156.

19 Verschleierte Wirklichkeit, S. 54-59. Christina von Braun und Bettina Mathes. Siehe auch: Muazzez Ilmiye Cig, Kuran, Incil ve Tevrat´in Sumer deki Kökeni, S. 33.

20 Roger Garaudy, Verheißung Islam, S. 71. SKD Bavaria Verlag München 1994.

21 Murad Wilfried Hofmann, Reise nach Mekka, S. 140. Eugen Diederichs Verlag 1996.

22 Haarspalterei wird im Hadith Nr. 6450 im Sahih Muslim missbilligt.

{ 21 Kommentare… lese sie unten oder schreibe selbst einen }

Hatice Juli 31, 2011 um 22:06

Ich finde diese Koranverse sehr interessant, vorallem die Interpretation. Und nun stellt sich die Frage wieso es denn immer noch Menschen gibt, die sagen im Koran steht, dass Frauen einen Kopftuch tragen müssen, wenn es doch lediglich um die Verhüllung der Brüste und Nacken geht? Im Grunde würde ein Schal reichen, um diese zu verdecken?!
Was tue ich dann richtig? Wenn ich kein Kopftuch trage und mich dennoch verdecke – die Haare trage ich nur offen, ist es dann nicht empfehlenswert?

LG

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alimunzur August 1, 2011 um 00:16

Selam Hatice,

Für die meisten Rechtsgelehrten, ist auch ein Barttragen eine absolute Pflicht. Die Mehrheit muss nicht immer recht haben (:-).

Als Dr. Murad Wilfried Hofmann in seinem bahn berechendem Buch „Der Islam als Alternative“ schrieb, dass das Kopftuch tragen keine Pflicht sei, wurde dieser später von den Muslimen heftig kritisiert. In der Tat, ist es nicht immer einfach mit Muslimen darüber zu diskutieren, da es oft als einen Angriff empfunden wird.

Der eigentliche Grund, weshalb dieser Artikel veröffentlicht worden ist, liegt zum Teil daran, dass Bedeutende Quellen diesbezüglich nicht (vielleicht absichtlich) erwähnt werden. Man geht immer davon aus, als gebe es einen Konsens in dieser Angelegenheit unter den Altvorderen Gelehrten.Al Dschassass (gest. 980) ist das beste Beispiel dafür, dass es eben nicht der Fall ist.

Es ist ein heikles Thema. In den islamischen Ländern ist das Thema nicht zu unterschätzen. Man denke an die Debatte um den ehemaligen „Präsident für religiöse Angelegenheiten“ Prof. Ali Bardakoglu, als dieser 2010 eingestand, dass das Kopftuch kein religiöses Gebot sei. Auch sagte Bardakoglu auf eine Frage: Zu behaupten, „ich finde nicht, dass Kopftücher ein religiöses Gebot darstellen“, (…) Das mag stimmen, die Mehrheit der Bevölkerung (in der Türkei) ist allerdings anderer Ansicht.“ (Religion und Gesellschaft, Ali Bardakoglu, S.165)

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joe August 23, 2011 um 08:22

gutee artikel, danke.
ein klarer hadith: der prophet (s) hat sich eines tages von einer besucherin abgewendet, als er sah, dass ihre kleidung so sehr anlag, dass jede ihrer körperkonturen sichtbar war.
nur ein beispiel dafür, dass die islamische kleidung WEIT mehr als nur das verhüllen von hals und brust bedeutet.

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yasmin Dezember 7, 2011 um 02:39

ich trage kopftuch und möchte es eigendlich wieder ablegen wegen vieler gründe. aber ein grund ist für mich zumindes in der praxis schon ein beweis dafür, das es eigendlich zumindest nicht so getragen werden kann:
bei der gebetswaschung in der “öffendlichkeit” kann man sich als frau nicht über die haare streichen. es gibt da wohl ne fathua die sagt das es dann reicht leicht das haar zu berührern an der stirn. ja an die ohren kommt man auch nicht wirklich. im koran steht aber klar und deutlich das man vor jedem gebet die gebetswaschung vollziehen muss in dem man hände gesicht arme waschen soll, sich die haare benetzen soll und die füße bis zu den knöchel waschen soll. da wird ja auch wieder rumgemogelt, in dem behauptet wird, das man über die socken streichen kann.
zudem verstehe ich nicht wiso alle welt nach dem kopftuch schreit obwohl gleichzeitig sich an viele gebote des koran absichtlich nicht gehalten wird, weil man meint diese durch hadithe revidieren zu konnen, wie das erbrecht, das scheidungsrecht und das recht bei tötung. ich habe nich nie gehört, das ein moslem der jemanden einfach umgebracht hat der familie dafür ein endgeld bezahlt hat und dann soviel ich weiß ( einen sklaven befreit hat oder 2 monate gefastet hat) kann nicht zu 100% garantieren das das die auflagen für diese tat sind.
oder noch besser: im koran ist unzählige male erwähnt, das man die steuer entrichten soll und das gott einem die sünden vergibt wenn man almosen gibt und arme speist. wir müssten die mosleme wie wilde hilfsbereite menschen umhergehen sehen wenn wir danach trachten würden. tut aber leider gottes keiner. aber alle welt schreit nach dem kopftuch. was die frau dafür alles opfern muss interessiert leider die wenigsten. will mit der aussage aber nicht jeden differmieren. es gibt schließlich frauen die das gerne tragen und alle damit gut zurecht kommen. aber andere haben keine arbeit, keine freunde und bekannte deswegen.

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elfriede November 10, 2013 um 13:04

ich kann dich verstehen. denn ich sagte zu meinem mann.. ich werde kein kopftuch tragen. er ist anderer meinung… aber ich sehe es ein wenig realistischer in dieser zeit. wie du eben auch…. ich werde nicht nur meine familie verlieren ( weil ich bin deutsche, die familie denkt da auch anders),& meine freunde verlieren.. ich verliere dadurch auch meinen job.. und ohne job und ohne geld, kann man in der heutigen zeit nicht überleben… und wie du auch sagst, es sind einige wiedersprüche.. die frau soll sich von kopf bis fuß verhüllen… aber wie soll sie rein sein beim gebet? bedeckter körper ist ja in ordnung.. aber ein tuch? nein. zu bestimmten anlässen werde auch ich eins tragen. aber nicht im alltag… und es soll niemand sagen, allah wird mich bestrafen… das kann er nicht, denn ich begehe keine sünde. weil es nirgendwo 100-ig geschrieben steht.

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Orhan Juni 12, 2012 um 01:32

Selamun Aleykum liebe Geschwister,
wie sieht es aus mit den Frauen, die in der Gegenwart des Propheten (sav) gelebt haben? Wie hat sich beispielsweise Hz. Aishe angezogen? Ist dies nicht eigentlich von wichtiger Bedeutung, wie man diese Verse auslegt? Ich meine, wenn die Sunnah eine Art Bedienungsanleitung für den Koran ist, dann sollten wir doch in diesem Fall einfach die Frauen des Propheten (sav) betrachten. Wenn die sich bedeckt haben, dann muss man meiner Meinung nach nicht mehr viel interpretieren.

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Eddy Juni 13, 2012 um 20:42

Slm Orhan
Sure 33 Vers 53

Und wenn ihr sie (die Gattinnen des Propheten) um (irgend) etwas bittet, das ihr benötigt (mataa`), dann tut das hinter einem Vorhang![hijab] Auf diese Weise bleibt euer Herz und ihr Herz eher rein. Und ihr dürft den Gesandten Allahs nicht belästigen und seine Gattinnen, wenn er (einmal) nicht mehr da ist, in alle Zukunft nicht heiraten. Das (zaalikum) würde bei Allah schwer wiegen.” (Paret)

ganzer Artikel dazu:

http://www.meine-islam-reform.de/index.php/artikel/fiqh/336-hijabkoran.html

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elfriede November 10, 2013 um 12:55

@Eddy…na hallo.. ich interessier emich seit kurzem für den islam… aber ich bin auch der meinung kein tuch zu tragen… denn im koran wird durch den hijab nicht das kopftuch speziell erwähnt.. und weiter oben steht es auch deutlich. wer eins tragen möchte soll. aber ich bin auch der meinung, in der heutigen zeit, muss man kein tuch tragen, um allah nah zu sein oder rein zu sein…denn ich werde meinen job verlieren wenn ich eins trage.. und ich habe bei 2 weiteren arbeitgebern nachgefragt, die mich deswegen nicht einmal einstellen würden… ich liebe meinen mann sehr ( er ist moslem). durch ihn lernte ich viel .. aber nur vom tragen eines kopftuches wird man nich satt. ich hoffe du verstehst mich.

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Eddy November 15, 2013 um 12:26

Hallo elfriede

Ich sehe auch keinen Kopftuchzwang. Legitimiert nach meiner Auffasung auch nicht der Koran. Das Tuch ist in Sure 24 Mittel nicht Verbot

Wasalam Eddy

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Serdar Dezember 31, 2013 um 20:52
admin Dezember 31, 2013 um 22:08

Danke für den Link Serdar.

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Abdussamed Januar 2, 2014 um 00:24

Vielen Dank an den Author für den ausführlichen Artikel mit immensen Quellenangaben.

Es ist traurig, dass wenn Frauen zum Islam konvertieren, ihnen als erste Pflicht das Kopftuchtragen auferlegt wird. Man kann diese vom Koran unbegründete Praxis nicht den Grundwerten des Islams wie Gerechtigkeit, Nächstenliebe, Hilfebereitschaft, Ehrlichkeit etc. vorziehen.

Das Argument, dass die Haare einer Frau ein Attraktivitätsmerkmal für Männer darstellen muss man auch verneinen.
Es gibt heutzutage Frauen, die einen Kurzhaarschnitt ähnlich einer typisch männlichen Frisur tragen. Sind diese dann von der Kopftuchpflicht befreit?
Oder sind Männern mit langen Haaren auch einer Kopftuchpflicht unterworfen? Das Argument ist haltlos.

Muhammad Asad hat es meiner Meinung nach sehr gut interpretiert. Seine Auslegung ist mit meinem Verstand im Reinen!

Man muss aber auch bedenken, dass der Koran zwar keine Kopftuchpflicht auferlegt, gleichzeitig aber auch kein Kopftuchverbot postuliert. Das Kopftuchtragen ist im Endeffekt nichts Schlimmes. Es liegt in der Wahl der Frau, ob sie sich dafür entscheidet oder nicht.

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abdullah Januar 4, 2014 um 12:59

„Die Meinungsunterschiede unter den Kenntnisreichen meiner Gemeinde sind eine Gnade Gottes?“22

Dieser Hadith hat eine schwache Grundlage, gar ein Erfundener!

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Eddy Januar 4, 2014 um 19:59

Selam abdullah wenn du so eine These aufstellst musst du das auch begründen, ansonsten hat das keinen Sinn sowas zu posten.

LG Eddy

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Ree Januar 6, 2014 um 21:31

Salam,
„Denn es sind die Frauen, die die Männer zum Ehebruch (zina) verleiten. Sobald die Frauen sich beherrschen, würde der unerlaubte Geschlechtsverkehr komplett ausgerottet werden.“ Interesant, damit konstatiert der Autor (vermutlich ungewollt), daß Sex zwischen Männern (in jedem Fall) erlaubt ist…

Noch ein paar weitere Aspekte:
Asma Barlas weis darauf hin, daß der Schutz der Frauen durch die Kopfbedeckung eigentlich nur gegenüber der Jahiliya (der Unwissenheit vor Verbreitung des Islam) notwendig war bzw. sein sollte, da muslimische Männer ja Zurückhaltung üben sollen. Tatsächlich sind in den heutigen “muslimischen” Gesellschaften aber Frauen viel mehr sexuellen Übergriffen ausgesetzt als in den “nichtmuslimischen”.

Was mich besonders ärgert: einerseits werden Frauen als schwach und schutzwürdig dargestellt, andererseits sind sie es, die durch das Kopftuch quasi in den Kulturkampf gejagt werden, während die meisten muslimischen Männer sich ganz unauffällig kleiden und das von den meisten auch akzeptiert wird (ausgenommen die Salafisten).

Daß Frauen auf dem Kopftuch gebot bestehen, liegt vielleicht auch daran, daß von Nichtmuslimen oft das Argument gebracht wird, ein Kopftuch müsse nicht erlaubt sein, da das Gebot ja nicht im Koran steht. Damit wird den Frauen jede eigene Entscheidung genommen, denn es gibt nur noch die Alternative Pflicht oder Verbot.

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Eddy Januar 6, 2014 um 23:35

Selam Ree

Zum ersten Absatz –

So habe ich den Autor nicht verstanden. Ich komme auch nicht so ganz dahinter wie du auf das Argument kommst das Geschlechtsverkehr unter Männern -in jedem Fall – erlaubt sei, kannst du das mal bitte genau erklären?

LG Eddy

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Ree Januar 7, 2014 um 20:28

Salam Eddy,
ist doch logisch, wenn unerlaubter Geschlechtsverkehr nur an den Frauen liegt, dann muß derjenige, der ganz ohne Beteiligung der Frauen stattfindet, ja erlaubt sein. Wie gesagt, ich glaube nicht, daß das die Intention des zitierten Gelehrten ist, aber das drängt sich von der Logik her förmlich auf.

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Eddy Januar 16, 2014 um 16:42

Selam Ree

ich denke es ist klar wie das hier genau gemeint ist auch wenn ich Homosexualität nicht im Widerspruch gegenüber den Koran sehe als Nurkoranit, ich habe Semerkandi bestellt mal sehen wie er die Lotverse interpretiert aber ich ahne es schon :-)

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Hasan Hüseyin Januar 27, 2014 um 10:25

Erinnern wir uns zuerst an die Grundsätze, zu denen der Edle Qur’ân uns ermahnt:

1. “Verfolge nicht das, wovon du kein Wissen hast. Gewiß, Gehör, Augenlicht und Herz, – all diese -, danach wird gefragt werden.”

2. “Fragt die Leute der Ermahnung, wenn ihr (etwas) nicht wißt.”

3. “ALLÂH fürchten von Seinen Dienern eben nur die Gelehrten.”

Wir können die Reaktionen auf meine Qur’ân-orientierten Artikel, die in dieser Spalte veröffentlicht werden, in drei Gruppen teilen:

1. Reaktionen derjenigen, die wissen.

2. Reaktionen derjenigen, die wissen, dass sie nicht wissen.

3. Reaktionen derjenigen, die annehmen, dass sie wissen.

Diese dritte Gruppe kann weiter in drei Gruppen unterteilt werden:

1. Aufrichtige Typen, die annehmen, dass sie wissen.

2. Besserwisser-Typen, deren ganze Unwissenheit aus ihrem Mut stammt.

3. Rücksichtslose Typen, die alle Grenzen überschreiten.

Den letzten beiden habe ich niemals eine Antwort gegeben. Denn, erstens, eine Antwort wird demjenigen gegeben, der eine Frage stellt; demjenigen, der weiß, dass er nicht weiß; demjenigen, der sich in den Grenzen hält. Zweitens, eine Antwort wird demjenigen gegeben, der den Wert des Wissens schätzt; demjenigen, der lernen will. Eine Antwort wird demjenigen gegeben, der verstummt sobald er das Richtige erfährt, wie es auch von der Wurzel angezeigt wird, auf die das arabische Wort “dschawâb” zurückzuführen ist (dschawb bedeutet “schneiden”).

Ich habe versucht, den aufrichtigen Typen zu antworten, die annehmen, dass sie wissen, aber eigentlich nicht wissen, und die falsch wissen was sie wissen. Ich habe allein auf ihre Aufrichtigkeit Wert gelegt. Der Ausspruch “Religion ist Aufrichtigkeit.” gehört dem Heiligen Propheten (SAWS).

In meiner heutigen Kolumne werde ich das mit meinem vorherigen Artikel verbundene Schreiben eines meiner Leser behandeln, der annimmt, dass er weiß, aber falsch weiß was er weiß. Wegen Platzmangels werde ich für die Teile des Schreibens Platz machen, die sich direkt auf meinen Artikel beziehen. Der Leser hat sein Schreiben im Internet veröffentlicht und hat es mir mit einer zusätzlichen Einführung geschickt. Ich habe es genommen, wie es ist, ohne ein einziges Komma darin zu berühren. Behaltene Rechtschreibfehler gehören dem Leser:

“Sehr geehrter Herr Hocaoğlu, zuerst möchte ich damit beginnen, Ihnen “Friede ALLÂHs (SWT) sei auf Sie” zu sagen. Ich bin ein fünfzigjähriger pensionierter Mitbürger. Mein Ziel ist nur zu versuchen, den wahren Weg meines Herrn (SWT) vom Edlen Qur’ân zu finden. Diese Worte, die vom Erschaffer (SWT) am Ende Seiner Verse gesagt wurden, haben mich wirklich zum Denken und Erforschen veranlasst.

/ … / Im Vers wird gesagt, dass das Bereich, das bedeckt werden soll, der Brustschlitz ist, und es gibt keine Erwähnung von Kopf. “Auf Arabisch wird das Ding, mit dem Frauen ihren Kopf bedecken, nicht “khimar”, sondern “mikna” und “nasiyf” genannt. Egal in welchem Wörterbuch der arabischen Sprache Sie nachschlagen, es wird geschrieben, dass “mikna (Mehrzahl: makani)” und “nasiyf” die Namen des Stoffs sind, der von Frauen zur Bedeckung des Kopfes benutzt wird.” Wenn ALLÂH (SWT) mit dem Wort “khimar” Gewünscht Hätte, dass der Kopf bedeckt würde, Könnte Er (SWT) mit einer Betonung wie “khimarurras” Kopftuch Gesagt Haben: Somit wäre der Bereich des Kopfes mit dem Wort “ras” betont worden und zusammen mit dem Wort “khimar”, das eine Bedeckung ist, ein Kopftuch verstanden worden. Tatsächlich wird im Qur’ân-Vers, der mit dem Vollzug der Gebetswaschung verbunden ist, das Wort Kopf mit seiner arabischen Entsprechung “ras” betont, wo vom Streichen über den Kopf mit nassen Händen gesprochen wird. Lassen Sie uns zum Hauptthema kommen, das im Vers erklärt wird. Im Vers wird festgestellt, dass das Bereich, das bedeckt werden soll, der Brustschlitz ist. Das heißt, im Vers wird deutlich verlangt, das Dekolleté-Bereich mit Khimar zu bedecken, nicht den Kopf. (Das Wort “dschuub”, was Brustschlitz bedeutet, kommt sowohl in diesem Vers vor, um das Bereich anzugeben, das zu bedecken ist, als auch in den Versen, in denen das Stecken der Hand des Propheten Mûsâ (AS) in seinen Brustschlitz erklärt wird.) / … /
Wenn Sie einen Leser haben, der sagt “Mein Ziel ist nur den wahren Weg meines Herrn (SWT) vom Edlen Qur’ân zu finden”, werden Sie ihn ernst nehmen, nicht wahr? Auch ich habe ihn ernst genommen, weil er seine Religion ernst nimmt. Dieser Leser sagt Folgendes:

“Im Vers wird gesagt, dass das Bereich, das bedeckt werden soll, der Brustschlitz ist, und es gibt keine Erwähnung von Kopf. “Auf Arabisch wird das Ding, mit dem Frauen ihren Kopf bedecken, nicht “Khimar”, sondern “Miqna” (die korrekte Form ist Miqna’a SH) und “Nasiyf” genannt. Egal in welchem Wörterbuch der arabischen Sprache Sie nachschlagen, es wird geschrieben, dass “Miqna (Mehrzahl: Maqani)” und “Masiyf” die Namen des Stoffs sind, der von Frauen zur Bedeckung des Kopfes benutzt wird.” Wenn ALLÂH (SWT) mit dem Wort “Khimar” Gewünscht Hätte, dass der Kopf bedeckt würde, Könnte Er (SWT) mit einer Betonung wie “Khimarurras” Kopftuch Gesagt Haben.”

Dies ist ein Paket von unwahren und fehlerhaften Aussagen, die vom Beutel anderer verbraucht wurden, lieber Leser. Sie haben sich von denjenigen irreführen lassen, von denen Sie sie genommen haben. Wegen der Widersprüche, in die Sie sich verwickelt haben infolge Ihrer Anpassung des Edlen Qur’âns an sich selbst, anstatt sich selbst dem Edlen Qur’ân anzupassen, ist die Situation völlig unlösbar geworden.

Das Problem ist wie folgt: Wenn mit dem Wort Khimar die Bedeckung des Kopfes gemeint wäre, würde das Wort “Kopf” darin vorkommen!

Gut, aber wie können Sie in diesem Fall im vorhergehenden Satz sagen, dass der Name des Dings, mit dem Frauen ihren Kopf bedecken “Miqna’a” und “Nasif” ist? Wo ist das Wort Kopf in diesen Namen?

Selbst wenn man nichts weiß, sollte man seine Grenzen kennen. Eine Person, die behauptet “Egal in welchem Wörterbuch Sie nachschlagen”, soll mindestens in einigen Wörterbüchern nachgeschlagen haben. Was würde dann diese Person sehen?

Selbstverständlich würde sie sehen, dass im Arabischen die von Frauen verwendete Bedeckung nicht nur aus Miqna (die korrekte Form ist Miqna’a) und Nasif besteht. Wäre sie, sagen wir, ein durchschnittlicher Student des Edlen Qur’âns, würde sie Folgendes sehen:

1. Burqa’ (oder Burqu’) bedeckt das ganze Gesicht (das, was von Männern verwendet wird, nennt man Qina’).
2. Niqab ist ein Kopftuch, das so gebunden wird, dass es nicht das ganze Gesicht bedeckt und einen Augen offen lässt.
3. Lifâm ist ein Kopftuch, das den Teil des Gesichtes über der Nase einschließlich Augen offen lässt.
4. Lisâm ist eine Bedeckung, die über dem Mund getragen wird, bei der die Nase offen bleibt.
5. Khimar ist eine Bedeckung, die den ganzen Kopf außer dem Gesicht and den ganzen Hals bedeckt, und die im Edlen Qur’ân befohlen wird.
6. Nasîf ist ein Kopftuch, das größer als Khimar ist, und das dem in Anatolien getragenen Schal (Atkı) ähnelt.
7. Miqna’a ist ein Kopftuch, das größer als Nasîf ist, und biz zur Taille langt.
8. Dschilbab ist eine Bedeckung, die den ganzen Körper außer dem Gesicht bedeckt.

Ohne zu zögern bezieht sich das Wort Khimar lexikalisch auf den Kopf. Alkohol wird auch mit dem Wort “Khamr” bezeichnet, das auf dieselbe Wurzel zurückzuführen ist, weil der Alkohol den Verstand bedeckt. Was die beiden Begriffe miteinander gemeinsam haben, ist dass sie sich auf den “Kopf” beziehen. Auch Kufr, zum Beispiel, bedeutet “bedecken”. Aber weil es mit dem Herzen und nicht mit dem Kopf oder dem Verstand verwandt ist, leitet es sich von einer unterschiedlichen Wurzel ab.

Die Frage “Wo ist das Wort Kopf darin?” weist auf die Unwissennheit hin, wenn sie nicht als eine vorsätzliche Verfälschung und Entstellung beabsichtigt ist. Alle Namen der Kopfbedeckungen, die im Arabisch
Jeder kennt die Geschichte von Bektaschi: Ein Lehrer fragt Bektaschi: “Warum betest du nicht?” und erhält die Antwort “Der Edle Qur’ân befieht so.” Als der überraschte Lehrer ihn fragt: “Wo wird es denn im Edlen Qur’ân befohlen?” gibt Bektaschi unverschämt die folgende Antwort: “Sagt er nicht “Lâ taqrabu’s-Salât”(Nähert euch nicht dem Gebet)?” Der Lehrer wendet ein: “Warum liest du nicht den Rest des Verses?” Bektaschi, dessen Absicht ist, nicht dem Buch, sondern seinem eigenen Buch anzupassen, weicht aus und gibt die Ausrede: “Ich bin kein Hafiz”.

Der Hauptinhalt dieser Anekdote ist wie folgt: Wenn eine Person darum besorgt ist, die Wahrheit an sich selbst anzupassen, anstatt sich der Wahrheit anzupassen, kann sie sogar den Edlen Qur’ân zum Instrument dafür machen. Es ist nicht etwas Neues. Es wird manchmal unabsichtlich und manchmal absichtlich getan. Wir kennen Beispiele dafür sogar aus der Zeit der Gefährten des Heiligen Propheten (SAWS).

Während des Kalifats von ‘Umar (R.A.) hatten zwei vertraute Freunde sich betrunken, und als man von ihnen Aufklärung darüber verlangte, zeigten sie den Vers 93 von Sûrah Al-Ma’idah. Wieder in derselben Zeit hatte eine Frau mit ihrem Sklaven Zina begangen und als sie gefragt wurde, wie sie das tun konnte, brachte sie den Vers 30 von Sûrah Al-Ma’âridsch vor.

Die Charidschiten töteten Kinder ihrer politischen Gegner und brachten den Vers 74 von Sûrah Al-Kahf zur Rechtfertigung vor. Wieder brachte dieselbe Partei den Vers 40 von Sûrah Yûsuf vor, als sie Ali (RA) bezichtigte, vom Glauben abgefallen zu sein und ihn ermordete.

Einmal traf ich eine Person, die behauptete, dass die von uns verrichteten Gebete nicht dem vom Edlen Qur’ân befohlenen Gebet entsprechen. Ich fragte ihn, wie das vom Edlen Qur’ân befohlene Gebet verrichtet wird. Er stand auf, wandte sich zur Qiblah, rezitierte Sûrat Al-Fâtihah und sagte: “Das war es”. Wieder einmal hatte eine Gruppe von Haschischsüchtigen einen Streit vom Zaun gebrochen. Sie kamen zu mir mit dem Mushaf in der Hand und sagten “Zeige uns den Vers, der Haschisch verbietet.”

Sie sehen, wenn man den Zusammenhalt verliert, geriet alles durcheinander.

Auch das Problem der Pflicht des Kopftuches wird genau auf diesem Niveau behandelt. Man erinnert sich nicht daran, dass es eine bestimmte Methode, einen Stil und eine Art gibt, um eine religiöse Angelegenheit zu besprechen. Wenn es um die Religion geht, denkt keiner daran, Wissenschaft und Sachkenntnis zu respektieren, während jeder weiß, dass um kaputte Rohre reparieren zu lassen muss man nicht zu einem Friseur, sondern zu einem Klempner gehen. Man verhält sich so, als ob es nicht der Edle Qur’ân wäre, der sagt: “Fragt die Leute der Ermahnung, wenn ihr (etwas) nicht wißt.”

Man kann nicht eine vom Edlen Qur’ân dargelegte Anordnung allein basierend auf das Wort verstehen. Man muss dazu die Bedeutung und auch den Zweck hinzuzufügen. Um den Zweck zu erfassen, ist es wichtig: 1) alle relevante Verse mit der Methode der Induktion dem Lesen zu unterziehen, ohne sie aus dem inneren und äußeren Zusammenhang zu reißen; 2) zu wissen, wie der Heilige Prophet (SAWS), wessen Charakter der Edle Qur’ân war, jene Qur’ânische Anordnung im Leben umgesetzt hat; 3) Verhältnisse zu kennen, in denen jene Anordnung herabgesandt wurde.

Der Edle Qur’ân ist eine Göttliche Ansprache, deren Kopf im Himmel und deren Füße auf der Erde sind. Ihr Kopf zeigt die Bedeutung und ihre Füße zeigen das Wort. Die Stelle, die sie berührt, zeigt den äußeren Zusammenhang/das Geschehnis und der Ort, wohin sie schaut, zeigt die Richtung der Gesetzgebung.

Kürzlich sagte ein arroganter TV-Moderator unverschämt, dass bevor der Vers 31 von Sûrah An-Nûr offenbart wurde, Frauen ihre Brüste unbedeckt und sogar nackt ließen. Als Beweis brachte er die Tradition der Umkreisung der Ka’bah in einem nackten Zustand vor.

Erstens war es ein seltener Fall, keine übliche Praxis. Zweitens hat keiner der Einwohner von Makkah jemals die Ka’bah in einem nackten Zustand umkreist. Nach dem Ereignis des Elefanten erklärten sie sich zu “dem Volk ALLÂHs (SWT)” und nannten sich “Hums”. Sie nannten die Leute, die von Außen kamen “Hilli”. Ein Hilli musste die Ka’bah nicht mit seiner eigenen Kleidung, sondern mit der Kleidung eines der “Hums” umkreisen. So entstand ein Mietesektor. Die Umkreisung in einem nackten Zustand war eine seltene Praxis, die sich nur auf diejenigen beschränkte, die sich nicht leisten konnten, Kleidung zu mieten. Was kommt dabei zur Unbedecktheit heraus? Nichts!

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Eddy Januar 27, 2014 um 14:01

Slm Hasan Husseyin

Ob das Wort Khimar Kopftuch oder nur Tuch bedeutet ist umstritten sie befürworten es als Kopftuch – das erste Wörterbuch das geschrieben wurde entsatmmt erst 100 Jahre nach dem Tode des Propheten deswegen ist es auch folgerichtig das Prof Süleyman Ates in seiner 30 Bändigen Koranenzyklopädie anzweifelt ob Khimar nicht nur Tuch oder auch Kopftuch hieß.

Unabhängig davon ist der besagte Kopftuchvers – also das Kopftuch – dort Mittel und nicht Verbot was anderes ist daraus nicht entnehmbar und würde die Logik des Satzes verändern es so zu verstehen dann könnte man aus dem Koran zu vieles an anderen Versen Verbote hinzutun die so den Sinn enstellen.

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seyma September 9, 2015 um 22:47

Assalamu aleykum,

was mir besonders aufgefallen ist, dass hier das Kopftuch unter einem einzigen Punkt näher unter die Lupe genommen wurde: dem Zweck, die Reize zu bedecken.

Ich habe mich nach 20 Jahren dazu entschieden, ein Kopftuch zu tragen. Doch in erster Linie nicht zum „Schutz vor Männern“ (das ist „nur“ einer von vielen Gründen). Ich denke, dass das Kopftuch viel mehr Sinn erfüllt, als oben erwähnt.
Dadurch, dass ich ein Kopftuch trage, kommuniziere ich, ohne zu sprechen „ich bin Muslimin“. Ich werde von jedem Menschen als Muslimin erkannt. Es ist, als würde ich ein Schild oder eine Fahne mit mir tragen wo drauf stehen würde „ich bin Muslimin“.
Dadurch, dass ich in meiner muslimischen Identität in die Öffentlichkeit trete, erkenne ich die viel größere Verantwortung die ich habe.
Ich zeige mehr Geduld für meine Mitmenschen, ich versuche viel hilfsbereiter und freundlicher zu sein als „damals“ (ohne Kopftuch), ich bewege mich in der Universität und man sieht mir an, dass ich Muslimin bin. Viele sprechen von „dawa“ – ich sehe mein Kopftuch ein Stückchen als „Stumme-Dawa“, wenn ich das so bezeichnen darf.
Wir sollen uns alle vorbildlich verhalten, aber ich finde besonders IN unserer muslimischen Identität sollten wir dies tun. FÜR den Islam. Und ich kann sagen, dass meine Bedeckung mir dabei hilft, mich selbst zu einem besseren Menschen zu „erziehen“. Man reflektiert viel mehr über sich und seine Person, man denkt BEWUSST über sein Verhalten nach. Man versucht den Islam bestmöglichst zu präsentieren. Und es ist eine Ehre, dass uns, den muslimischen FRAUEN, diese Chance gegeben wurde.
Ich glaube also nicht, dass der einzige Grund eines Kopftuchs ist, dass wir den Männern helfen sollen, ihre Begierden unter Kontrolle zu bekommen.

Außerdem stimme ich dem nicht zu, dass die Reize vom Hals bis zum Knie gehen. Das Haar gehört definitiv dazu. !!!

Und zu dem Zitat, dass etwas „gleich“ sein muss und es keinen Unterschied zw. Mann und Frau geben darf, da kann ich nicht zustimmen. Allein, da wir biologisch gesehen ganz andere Körper und Begierden haben. Außerdem sagt Allah in Sure Nisa (gerade in dieser Sure !!) „Und begehrt nicht das, womit Allah die einen von euch vor den anderen ausgezeichnet hat. Die Männer sollen ihren Anteil nach ihrer Tat erhalten, und die Frauen sollen ihren Anteil nach ihrer Tat erhalten. Und bittet Allah um Seine Huld. Wahrlich, Allah hat vollkommene Kenntnis von allen Dingen.“

Zur Kleidung:
Es gibt zwei(?) verschiedene Stellen wo im Kuran über die Kleidung genauer berichtet wird. Einmal im Ayet zum „Jilbab“ und einmal im Ayet zum „Khimar“.
Der Ayet zum Jilbab ist vor dem Ayet zum Khimar gesandt worden. Deswegen muss im Khimar-Ayet nicht noch einmal erwähnt werden, dass Frauen Kopftücher tragen sollen. Da das zuvor schon als Gebot Geltung gefunden hat. Wenn man sich den 31. Vers in Sure Nisa näher anschaut, erkennt man, dass die Frauen zuvor schon etwas auf dem Kopf getragen haben müssen, da sie ja nun aufgefordert werden, diese Tücher ÜBER ihre Brust zu ziehen. Für mich erscheint es nicht logisch, dass an zwei verschiedenen Stellen die selben Kleidungsstücke gemeint sein sollen. Eins dieser Kleidungsstücke MUSS das Kopftuch sein. Warum sonst, soll Gott eine Unterscheidung dieser machen? Wäre ich aufgefordert ein Kleid zu tragen, was bereits meinen ganzen Körper bedeckt, müsste ich nicht noch aufgefordert werden, nur über meine Schultern (die Haare ausschließend) ein Tuch zu legen. Ich gehe rein aus logischen Gründen davon aus, das gerade das Kopftuch damit gemeint sein muss.
Das wort „bihumurihinne“ (sure nisa) also „humur“ kommt im Kuren auch an einigen Stellen vor, wo das Wort „Alkohol“ gemeint wird. Man geht davon aus, dass der Wortstamm „hamr“ also etwas mit „kopf“ und „Sinn“ zutun hat, da der Alkohol Einfluss auf diesen hat. Eine andere Bedeutung wäre „Rund“ und könnte ein Gleichnis zu dem „Kopf“ mit sich bringen. Usw.
→ ich bin bestimmt kein Experte bei diesem Thema, korrigiert mich, wenn ich falsch liege.
Aber besonders bei einer Interpretation würde ich auf den Wortstamm und die Verwendung dieses Wortes näher eingehen.

:)

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