Der Islam im Diskurs des 21. Jahrhunderts: Islamische Themen im Fokus der Moderne

von Ecevit Polat am 27. November 2013


Dieses Buch ist nicht nur für Menschen, die sich wenig mit dem Islam auskennen sehr wichtig, sondern auch für Menschen, die sich intensiv mit dem Islam beschäftigen.

Wie kann man diese beiden Umstände miteinander vereinbaren?

Genau dies gelingt dem Autor indem er nicht nur auf sehr anschauliche Weise aktuelle Themen des Islams im Fokus der Moderne beleuchtet, sondern durch seine enorme Quellen Vielfalt dem Kenner des Islams neue Erkenntnisse erschließen lassen kann, die so nur selten oder gar nicht in der heutigen deutsch-islamischen Literatur vorzufinden sind.

Die Themen, die der Autor in seinem Buch aufgreift, sind für den Islam mit seinen verschiedenen Thematiken sowohl innerhalb als auch in dessen Umfeld außerhalb – besonders aber für den Dialog mit anderen Religionen von hochaktueller Wichtigkeit.

So behandelt der Autor im ersten Kapitel wie man überhaupt „zum richtigen Verständnis des Koran“ kommen kann, was die Gelehrten dazu sagen, oder ob der Koran überhaupt authentisch sei und wichtig für Christen: Ob es überhaupt möglich ist, dass die Bibel dazu beitragen kann, den Koran besser zu verstehen und wenn ja in welchem Umfang?

Im zweiten Kapitel widmet sich der Autor dann ganz dem Thema „Frauen und Islam.“ Dort werden kritische Fragen zu Frauen im Islam erörtert und der Autor zeigt gerade durch Primärquellen, dass die Welt damals doch noch anders anzutreffen war als sie heute im Islam üblich ist. Sei es die Geschlechtertrennung oder die Verbannung der Frauen aus den Moscheen. Es wird auch mit Vorurteilen aufgeräumt, wo dem Propheten heutzutage unterstellt wird, seine damalige Frau Aischa sehr jung geheiratet zu haben. Herr Polat beleuchtet die Quellen in seiner ganzen Bandbreite ausführlich und kommt zu folgendem Schluss mit dem Zitat:

“Eine Analyse der Informationen, die uns heute zur Verfügung stehen, ergibt jedoch, dass alles dafür spricht, dass Aischa um das Jahr 605 geboren wurde, im Alter von 14 oder 15 verlobt wurde und im Alter von 17 oder 18 geheiratet hat.“

Im 3. Kapitel wird dann der Dialog mit anderen Religionen erörtert, mit Fragen
wie ob ein Dialog überhaupt möglich sei und ob Mohammed auch für Christen als Prophet möglich ist.

Das 4. Kapitel widmet sich dann der kritischen Betrachtung des Propheten selber und erörtert Fragen wie zu der religiösen Haltung des Propheten vor seiner Berufung oder ob Propheten im allgemeinen nach dem Islam sündenfrei sind aber auch ob der Prophet Muhammad historisch belegbar ist.

Der Autor bezieht zu manchen Themen Positionen, die heute so nur selten anzutreffen sind im Islam, aber keineswegs falsch sein müssen und klar der Moderne den Vortritt lassen. Zum Beispiel stellt der Autor im 5. Kapitel die Pflicht einer Rechtsschule anzugehören in Frage und schließt das Thema mit folgender Feststellung ab:

„Auch heute werden Muslime ohne eine Zugehörigkeit zu einer Rechtsschule
des Unglaubens beschuldigt. Da könnte man aber auch die Frage stellen, zu
welcher Rechtsschule der Prophet Muhammad (s) oder die rechtgeleiteten
Kalifen (Abu Bakr, Omar, Uthman und Ali) wohl angehörten?“

Das 6. Kapitel rundet dann das Buch mit Themen ab wie der Verträglichkeit von Laizismus mit Islam , ob es ein „Feindbild Islam“ im Westen gibt.

Der Autor zeigt bei jedem Thema nicht nur einfach seine Meinung auf, sondern gibt die Problematik zu einem bestimmten Thema aus den verschiedenen Blickwinkeln wieder. Das ist eine der großen Stärken dieses Buches.

Natürlich kommt auch die eigene Meinung des Autors selbst nicht zu kurz, die sich aber in klaren Argumenten ausdrückt welche wiederum mit Quellen untermauert sind.

Das Buch ist unter anderem deswegen so wichtig, weil es klarmacht, dass Religion und Moderne sich nicht ausschließen müssen, sondern miteinander interagieren können. Die Argumente des Autors belegen eine umfangreiche Kenntnis islamischer Quellen und eine sehr angenehme Ausdrucksweise ohne die Wissenschaftlichkeit außer acht zu lassen.

Auch wenn ich persönlich in einigen wenigen Punkten von der Meinung des Autors abweiche, so sind seine Anregungen, die von diesem Buch ausgehen und zu einem Diskurs einladen, von enormer Wichtigkeit. Ein Pflichtkauf für jeden Islaminteressierten oder Islamkenner.

Erdinc Yavuz – Gründungsmitglied im VDEM (Verband Demokratisch-Europäischer Muslime).

Zur Bestellung des Buches: Morebook: https://www.morebooks.de/store/de/book/der-islam-im-diskurs-des-21-jahrhunderts/isbn/978-3-8417-7209-1

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{ 1 Kommentar… lese ihn unten oderschreibe selbst einen }

Katharina Fe November 28, 2013 um 09:22

Salam alaikum,
jetzt noch das ganze direkt mit Amazon verlinken, so das man das Buch direkt bestellen kann und nicht lang suchen muss, dass wäre super ;)
Viele Grüße, wa salam
Katharina

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