Der Islam und die Judenfeindschaft

von Ecevit Polat am 15. Oktober 2015


Ein besonderes Merkmal der islamischen Religion soll vor allem darin liegen, dass dieser aufgrund seiner Gründungsdokumente (Koran und Hadithe) eine antijüdische Weltanschauung konzipieren soll.1 Diese soll sich historisch unter anderem darin bewährt haben, wonach der Prophet in Zeiten seines absoluten Machtanspruchs in Medina, die Stadt „Judenfrei“ gemacht haben soll: „Das rigorose Vorgehen Mohammeds gegen die um Medina siedelnden jüdischen Stämme wird oft als Indiz für eine generelle Feindschaft der Muslime gegenüber den Juden genommen“.2

Danach habe der Prophet geduldig nur den richtigen Zeitpunkt abgewartet, um endlich bei dieser Gelegenheit die Juden Medinas ein für allemal auszumerzen.3

Der theoretische Denker des Islamismus Prof. Sayyid Qutb (gest. 1966), schrieb bereits 1950 in seinem Essay „Unser Kampf gegen das Judentum“, dass sowohl im atheistischen Materialismus als auch in der Doktrin der animalischen Sexualität, immer ein Jude stecken würde. Außerdem schreibt er, dass seit Anbeginn des Islam vor über 1400 Jahren die Juden die größten Feinde der Muslime seien. Diese Feindschaft sei nach Qutb kontinuierlich und ununterbrochen bis in unsere Tage hinein zu beobachten: „Der erbitterte Krieg, den die Juden gegen den Islam angezettelt haben […], ist ein Krieg, der in beinahe vierzehn Jahrhunderten nicht für einen einzigen Moment unterbrochen worden ist, der sich bis zu diesem Moment fortsetzt und sein Feuer in allen Ecken dieser Erde auflodern lässt […] Von ihrem ersten Tag an waren Juden die Feinde der muslimischen Gemeinschaft“.4

In diesem Zusammenhang scheint es nicht verwunderlich zu sein, wenn Buchautoren wie Afif Abd al-Fatah Tabara in seinem Buch „Al-Yahud fi´l-Quran” (Die Juden im Koran) in Adolf Hitlers Buch „Mein Kampf“ eine Bestätigung der „koranischen Texte über die Verdorbenheit der Juden zu finden scheint.5

Gleichwohl erinnert Prof. Nasr Hamid Abu Zaid (gest. 2010) in seiner Biografie daran, wie die meisten Ägypter seines Dorfes im Zweiten Weltkrieg noch davon ausgingen, das Adolf Hitler zum Islam konvertiert sei und den Namen Muhammad angenommen habe: „Damals kam das Gerücht auf, Adolf Hitler sei zum Islam übergetreten und hieße in Wirklichkeit Muhammad. Das Gerücht verbreitete sich in unserem Dorf in Windeseile, und die Freunde meines Vaters begeisterten sich an der Vorstellung, dass der Muslim Muhammad Hitler die Ägypter aus den Händen der Kolonialisten befreien würde“.6

Nichtsdestotrotz bleiben die oben aufgeführten Schilderungen, im Vergleich zu dem theologischen Urheber der Reformation Martin Luther´s (gest. 1546) relativ bagatellisierend. Denn dieser bekräftigte freimütig in seiner Schrift „Von den Juden und ihren Lügen“ aus dem Jahre 1543, indem alle Christen dazu aufgerufen wurden, alle Synagogen mitsamt ihren Schulen in Feuer und Asche zulegen. Deshalb begrenzte sich die Aufforderung von Martin Luther nicht nur als eine geistige Brandstiftung zu sein, sondern ermutigte vielmehr dieses in die Handlung umzusetzen: „Ein solch verzweifelt, durchböset, durchgiftet, durchteufelt Ding ist´s um diese Juden, so diese 1400 Jahr unsere Plage, Pestilenz und alles Unglück gewesen und noch sind. Erstlich, dass man ihre Synagogen oder Schulen mit Feuer anstecke, und, was nicht verbrennen will, mit Erde überhäufe und beschütte, dass kein Mensch einen Stein oder Schlacke davon sehe ewiglich. Und solches soll man tun unserem Herrn und der Christenheit zu Ehren, damit Gott sehe, dass wir Christen seien und solch öffentlich Lügen, Fluchen und Lästern seines Sohnes und seiner Christen wissentlich nicht geduldet noch gewilligt haben [] Zum anderen, dass man auch ihre Häuser desgleichen zerbreche und zerstöre […]“.7

Befürwortet der Koran und die Handlungsweise Muhammad´s die Judenfeindschaft?

Für den Professor für Wirtschaftsarabistik Alexander Flores besteht indes kein Zweifel darüber, wonach in den Grundlagentexten eine entsprechende Judenfeindlichkeit zu entnehmen sei: „[…] in der Prophetenbiographie und im Hadith finden sich ausgesprochen judenfeindliche Passagen“.8

Tatsächlich scheint es nicht unschwer zu sein, in den sogenannten Überlieferungen (Hadith) judenfeindliche Textpassagen ausfindig zu machen. Danach soll der Prophet im Angesicht zum Jüngsten Tag folgendes prophezeit haben: „Wenn das Jüngste Gericht bevorsteht, werden die Muslime die Juden bekämpfen. Diese suchen zu entkommen und verstecken sich hinter Steinen und Bäumen. Da beginnen die Steine und Bäume zu schreien: „Oh, Muslim, oh Diener Gottes, ein Jude verbirgt sich hinter mir. Komm und töte ihn!“ Nur ein Baum, der „gharquad“ (eine Fettpflanze), verrät die Juden nicht“.9

Diese Überlieferung gilt bei den Sunniten als absolut authentisch einzustufen, da sie in den wichtigsten Hadith-Kompendien (Bukhari und Muslim) verzeichnet sind. Deshalb sei es unter anderem auch nicht verwunderlich, wenn die Hamas in Palästina, die ausschließlich nicht nur eine politische, sondern gleichzeitig auch eine religiöse Bewegung ist, den angeführten Hadith in Art. 7 ihrer Charta Bezug genommen hat.

Gerne verweisen Islamkritiker unentwegt darauf hin, dass kein geringerer als der Koran selbst, alle Juden als Affen und Schweine denunziere. Als Beleg werden sämtliche Koranverse selektiv aus dem Kontext zitiert, wie z. B. in Sure 5 Vers 60: “Sprich: Soll ich euch über die belehren, deren Lohn bei Allah noch schlimmer ist als das? Es sind, die Allah verflucht hat und denen Er zürnt und aus denen Er Affen, Schweine und Götzendiener gemacht hat. Diese befinden sich in einer noch schlimmeren Lage und sind noch weiter vom rechten Weg abgeirrt“.

Wie aber der muslimische Intellektuelle Dr. Murad Wilfried Hofmann richtig darauf hinweist, kann der Koran nur im Gesamtkontext regelrecht verstanden werden: „Der Koran ist richtig nur zu verstehen, wenn man durch Kommentare mit den Anlässen der Einzeloffenbarungen und mit dem inneren, kohärenten Zusammenhang des Textes vertraut gemacht wird“.10

Auch der in Oxford lehrende Islamwissenschaftler Prof. Tariq Ramadan, warnt eindringlich mit den Worten davor: „Ein Wort aus seinem Kontext zu lösen, um seine Bedeutung zu bestimmen, ist ein methodologischer Irrweg“.11

Außerdem versichert der Koran selbst, dass die Details seines Inhalts im einzelnen zwischen seinen zwei Buchdeckeln allein nur ihm vorbehalten sei, diese ausgiebig zu erläutern: „(Dies ist) ein Buch, dessen Verse vervollkommnet und dann im Einzelnen erklärt worden sind – von einem Allweisen, Allkundigen“ (11:1).

Auch wird der selektive Vorgang im Heiligen Buch vehement kritisiert: „Glaubt ihr denn an einen Teil des Buches und leugnet einen anderen Teil? (2:85).

Ein weiterer Koranvers beschreibt in diesem Zusammenhang explizit die Juden als solche, die wegen des Sabbatbrechens als Affen gebrandmarkt wurden, da dieser Tag nach jüdischer Überzeugung ein Ruhetag ist:

Und gewiss habt ihr diejenigen unter euch gekannt, die das Sabbat-Gebot brachen. Da sprachen Wir zu ihnen: “Werdet ausgestoßene Affen(2:65).12

Wie es im Judentum bekannt ist, gilt der Samstag als der Sabbattag, indem jede arbeitsreiche Tätigkeit strengstens untersagt ist. So heißt es im Exodus, 20, 8-11: „ Gedenke des Sabbattages, das du ihn heiligest. Sechs Tage lang sollst du arbeiten und alle deine Geschäfte verrichten. Doch der siebente Tag ist ein Ruhetag für den Herrn, deinen Gott. Du sollst dann keinerlei Arbeit tun, weder du selbst noch dein Sohn, noch deine Tochter, noch dein Knecht, noch deine Magd, noch dein Vieh, noch dein Fremdling, der sich in deinen Toren befindet. Denn in sechs Tagen hat der Herr den Himmel und die Erde, das Meer und alles, was sich darauf befindet, erschaffen; doch am siebenten Tage ruhte er. Darum segnete der Herr den Sabbat und erklärte ihn für heilig“.13

Der islamische Historiker und Koranexeget at-Tabari (gest. 923) berichtet zum Vers: Und gewiss habt ihr diejenigen unter euch gekannt, die das Sabbat-Gebot brachen. Da sprachen Wir zu ihnen: “Werdet ausgestoßene Affen“ , dass der Prophet Muhammad diesen Koranvers an die Juden in Medina gerichtet rezitiert habe, um sie durch die ihnen bereits in ihrem Gedächtnis bekannte Geschichte von den Sabbatbrecher wieder ins Bewusstsein zu rufen.14

Durch die historische Erinnerung im Koran, wurde ein Teil der medinensischen Juden dazu angemahnt, nicht wie ihre Vorfahren in der Gegenwart eines Propheten, den Rahmen ihrer religiösen Gebote zu überschreiten. Denn unzählige Juden, gingen primär ihren Leidenschaften bzw. dem weltlichen Gewinn nach und verstießen somit offenkundig gegen die religiösen Gesetze.15

Des weiteren beschreibt der Koran in der Sure al-Araf Vers 163-167 die historische Begebenheit der Sabbatbrecher detailgenau:

Und frage sie nach der Stadt, die am Meer lag, und (danach,) wie sie den Sabbat entweihten, wie ihre Fische scharenweise an ihrem Sabbattage zu ihnen kamen. Doch an dem Tage, da sie den Sabbat nicht feierten, da kamen sie nicht zu ihnen. So prüften Wir sie, weil sie gefrevelt hatten. Und als eine Gemeinschaft unter ihnen sagte: “”Warum ermahnt ihr Leute, die Gott vernichten oder mit einer strengen Strafe bestrafen will?”” – da sagten sie (die Ermahner): “”Zur Entschuldigung vor eurem Herrn, und damit sie gottesfürchtig werden mögen. Und als sie das vergaßen, womit sie ermahnt worden waren, da retteten Wir jene, die das Böse verhindert hatten, und erfassten die Ungerechten mit peinlicher Strafe, weil sie gefrevelt hatten. Und als sie trotzig bei dem verharrten, was ihnen verboten worden war, da sprachen Wir zu ihnen: „Werdet denn verächtliche Affen!“.

Und weiter heißt es in Vers 169: „Es folgten ihnen dann Nachkommen, die die Schrift erbten (also die Juden); sie greifen aber nach den armseligen Gütern dieser niedrigen (Welt) und sagen: “”Es wird uns verziehen werden.”” Doch wenn (abermals) derartige Güter zu ihnen kämen, griffen sie wiederum danach. Wurde denn der Bund der Schrift nicht mit ihnen geschlossen, damit sie von Gott nichts als die Wahrheit aussagen sollten?“.

Die Meinungen der Islamischen Gelehrten gehen dabei erheblich auseinander, ob es sich bei der Verwandlung in Affen und Schweine im Folge dieses schwer wiegenden Bruchs des Gesetzes, tatsächlich um eine Metamorphose im wörtlichen Sinne gehandelt habe. Die überwiegenden klassischen Tafsir-Werke plädieren für eine wörtliche Lesart und halten deshalb die Umwandlung in Affen und Schweine als ein unabdingbares historisches Ereignis.

In der Frühzeit des Islam verfolgten jedoch nicht alle Korankommentatoren eine literalistische Lesart. So jedenfalls Mudschahid ibn Dschabr (gest. 722), ein bekannter Koranausleger in der zweiten Generation aus Mekka. Es ist durchaus bekannt, dass Mudschahid ein Koranexegetisches Werk verfasste, wobei jedoch anzumerken ist, dass nur noch Fragmente aus anderen Werken dazu erhalten geblieben sind. Für Mudschahid war es im Gegensatz keineswegs als eine Metamorphose zu deuten, denn Gott vermittelte den Sinneszustand unter Verwendung einer Metapher, um ein Sinnbild von den ausschweifenden Juden, allgemein und verständlich zu transportieren.16

Insofern erläutern einige wenige deutsche Koran-Übersetzungen in Fußnoten zu den Affen und Schweine die folgende Anmerkung dazu: „Die Verwandlung in Affen und Schweine ist eine Metapher für völlig oberflächliche und dem Sinnesgenuss verfallene Menschen“.17

Warum dürfen Muslime keine Juden und Christen als Freunde nehmen?

Viele christliche und jüdische Würdenträger halten eine enge freundschaftliche Beziehung zu den Muslimen für nicht möglich. Der Grund sei offensichtlich im Koran selbst begründet. Für den Theologen und Jesuiten Professor Samir Khalil Samir, beinhalten einige Koranverse unversöhnliche Grundhaltungen gegenüber den Schriftbesitzern.18Als Beleg führt Samir vor allem die folgende Koranstelle an: „O ihr, die ihr glaubt! Nehmt nicht die Juden und die Christen zu Freunden. Sie sind einander Freunde“ (Koran 5:51). 

Solange sich Muslime nicht gegen diese Aufforderung im Koran erheben, oder auch ansatzweise in Frage stellen, so wird es deshalb nach Samir auch unmöglich zu einer authentischen Freundschaft mit Muslimen kommen, geschweige denn auch nur denkbar sein.

Ludwig Hagemann, Professor für Systematische Theologie ist sogar der Ansicht, dass der Vers: „Nehmt nicht die Juden und die Christen zu Freunden“ im Mittelalter dazu geführt hat, die Christen im wahrsten Sinne des Wortes aus der Gemeinschaft der Gläubigen rücksichtslos auszuschließen: „Das Muhammad gegen Ende seines Lebens, als er die Macht auf der Arabischen Halbinsel errungen hatte, die endgültige Ausgrenzung der Christen vollzog, indem er sie aus der Gemeinschaft der Gläubigen ausschloss […]“.19

Ist es eine generelle Aufforderung vom Koran, Juden und Christen nicht als Freunde zu nehmen? Weshalb ermutigt der Koran die Muslime zur solch einer Haltung?

Zunächst sollte der maßgebliche Begriff „auliya“ näher erläutert werden. In den gängigen Übersetzungen wird es üblicherweise mit „Freunde“ wiedergegeben. Der türkische Koranforscher Mustafa Islamoglu, weist ausdrücklich darauf hin, dass der Begriff „auliya“ nicht ausschließlich mit „Freunde“ übersetzt werden kann. Vielmehr könnte es auch alternativ wie folgt übersetzt werden: „Weggefährte, Vertrauter, Autorität, Verbündeter, Vormund, Treuhänder und Beschützer“.20

Wegen dem verschiedenen Bedeutungsgehalt des Begriffs „auliya“, kann unweigerlich in den meisten deutschen Koran-Übersetzungen festgestellt werden, dass die Übersetzter letztendlich subjektiv eine von vielen Bedeutungen favorisieren können, wie zum Beispiel in den Übersetzungen von:

° „Nehmt Juden und Christen nicht als Vertraute“ (Koranübersetzung nach Mustafa Maher).

° „Nehmt euch nicht die Juden und die Christen zu Freunden“ (Koranübersetzung nach Rudi Paret).

° „Nehmt nicht die Juden und die Christen als Beistand“ (Koranübersetzung nach Ahmad Milad Karimi).

Traditionelle Korangelehrte wie ibn Kathir (gest. 1373), kommentierte den Koranvers 5:51 dahingehend, dass Juden und Christen die unbestreitbaren Feinde der Muslime seien. Bemerkenswert ist unter anderem, dass ibn Kathir diese Feindschaft verallgemeinert und auf alle Juden und Christen bis auf alle Ewigkeit bezieht. Schon in der ersten Zeile seiner Kommentierung zum entsprechenden Vers, schreibt er: „Möge Gott der Erhabene Seine Gläubigen Diener vor den Feinden des Islams und der Muslime, den Juden und Christen- Gott möge sie verfluchen- vor einer Freundschaft bewahren!“.21

Der katholische Theologe Professor Hans Zirker macht in diesem Zusammenhang auf die oben bereits erläuterte Lesart des Koran nochmals aufmerksam. Nach Zirker können nicht willkürliche Koranverse aus dem Zusammenhang gerissen werden, um daraus bestimmte ideologische Interpretationen zu schlussfolgern. Erst der gesamte Kontext, erlaube gewisse Schlussfolgerungen ziehen zu können: „Die unterschiedlichen Bewertungen sind nur dann verständlich, wenn man die Kontexte dieser Verse mitberücksichtigt. Dort findet man jeweils gegensätzliche Umstände angesprochen. Wo vor den Juden und Christen gewarnt wird, lesen wir in der Nähe: „O ihr, die ihr glaubt, nehmt euch nicht die zu Freunden von jenen, denen vor euch die Schrift (Juden und Christen) gegeben wurde, und von den Ungläubigen, die mit eurem Glauben Spott und Scherz treiben und fürchtet Gott, wenn ihr Gläubige seid(Koran 5:57) […] Zweifellos haben wir es also bei den Bewertungen der „Leute der Schrift“ und insbesondere der Christen im Koran nicht mit allgemein gültigen Aussagen zu tun, sondern mit sehr situationsbezogenen“.22

Ähnlich wie Zirker betont auch der schiitische Gelehrte und ehemalige Ministerpräsident Irans Mehdi Bazargan besorgt darauf hin, dass es keinen allgemeinen Aufruf seitens des Korans impliziert wird, Andersgläubige nicht als Freunde zu nehmen. Entscheidend sind die Eigenschaften im Umgang mit den Muslimen und nicht der Glaube als solche: „Der Koran erklärt, dass das Verbot der Freundschaft (wilaya) mit den Buchbesitzern (Juden und Christen) nicht allgemein zu bewerten ist, sondern sich auf diejenigen unter ihnen bezieht, die sich wie Ungläubige und Götzendiener über die Muslime lustig machen und ihre Religion und den Gottesdienst als Spielzeug und als lächerlich betrachten“.23

Der Abschnitt in 5:57, der unmittelbar nach 5:51 folgt: „die mit eurem Glauben Spott und Scherz treiben“, definiert grundlegende Merkmale, welche es nicht erlauben diejenigen als Freunde zu nehmen, wenn sie zum Beispiel keinen Respekt vor anderen Religionen und Andersgläubigen haben, und dazu noch die Intention gehegt wird, die religiösen Ausdrucksformen der Orthopraxie zu diffamieren.

Der türkische Theologe Ali Ünal, beschreibt diese boshafte Charaktereigenschaft in seiner Koran-Übersetzung durch eine Ergänzung in Klammern im Text, um auf den historischen Kontext lediglich aufmerksam zu machen: „Nehmt euch nicht die Juden und die Christen (die den Muslimen gegenüber feindselig sind) zu Beschützern und Vertrauten“.24

Der Koran definiert offen, dass Freundschaften nicht ausschließlich nur Muslimen vorbehalten sei. In der Sure al-Mumtahana (die geprüfte) wird unmissverständlich darauf hingewiesen, mit wem Freundschaften einzugehen bzw. abzulehnen sind. So beschreibt der Vers: „Gott verbietet euch nicht, gegen jene, die euch nicht des Glaubens wegen bekämpft haben und euch nicht aus euren Häusern vertrieben haben, gütig zu sein und redlich mit ihnen zu verfahren; wahrlich, Gott liebt die Gerechten. Doch Gott verbietet euch, mit denen, die euch des Glaubens wegen bekämpft haben und euch aus euren Häusern vertrieben und (anderen) geholfen haben, euch zu vertreiben, Freundschaft zu schließen. Und wer mit ihnen Freundschaft schließt − das sind die Missetäter(Koran 60:8-9).

Danach kann grundsätzlich mit jedem eine Freundschaft eingegangen werden, doch wäre die grundlegende Voraussetzung hierfür, respektiert und nicht wegen des Glaubens erniedrigt bzw. gedemütigt zu werden.

Auch ist der folgende Koranvers 5:82 nicht anders zu deuten:

Sicherlich findest du, dass unter allen Menschen die Juden und die Götzendiener die erbittertsten Gegner der Gläubigen sind“.

Dieser Koranvers beschreibt ein historisches Ereignis, indem die Juden damals zusammen mit den arabischen Götzenanbetern ein gemeinsames Bündnis geschlossen hatten, um die Muslime in Medina zu vernichten. Muqatil ibn Sulayman (gest. 767) beschreibt diese Episode sinngemäß mit den folgenden Sätzen: „Als die Juden gegen den Propheten ein Krieg führen wollten, beschlossen sie strategisch, die arabischen Götzenanbeter (die sich bereits im Kriegszustand mit den Muslimen befanden) dabei zu unterstützen und sie darauffolgend noch intensiver auf die Muslime zu hetzen. Denn die Götzenanbeter pflegten bereits gegen den Propheten und seinen Gefährten eine enorme Feindschaft“.25

Insofern sind nicht alle Juden nach dem Vers: Sicherlich findest du, dass unter allen Menschen die Juden […] die erbittertsten Gegner der Gläubigen sind als Feinde des Islam zu bewerten, sondern nur jene, die einen aggressiv unerbittlichen Krieg gegen diese führen. Der Koran selbst legt offen dar, dass die von ihm benutzten Begriffe wie „Juden und Christen“ niemals verallgemeinert werden dürfen:

  • Unter ihnen (den Juden) sind Rechtschaffene, und unter ihnen gibt es welche, die nicht so sind“ (7:168).
  • Und unter den Leuten der Schrift (Juden und Christen) gibt es welche, die, wenn du ihnen eine große Summe anvertraust, dir diese aushändigen. Und unter ihnen gibt es auch solche, die, wenn du ihnen einen Dinar anvertraust, ihn dir nur aushändigen, wenn du stets hinter ihnen her bist“(3:75).
  • Sie sind aber nicht (alle) gleich. Unter den Leuten der Schrift (Juden und Christen) gibt es (auch) eine Gemeinschaft, die stets die Verse Gottes zur Zeit der Nacht verlesen und sich dabei niederwerfen. Diese glauben an Gott und an den Jüngsten Tag und gebieten das, was Rechtens ist, und verbieten das Unrecht und wetteifern in guten Werken; und diese gehören zu den Rechtschaffenen. Und was sie an Gutem tun, wird ihnen niemals bestritten; und Gott kennt die Gottesfürchtigen“ (3:133-115).

Warum vertrieb Muhammad die Juden aus Medina?

Zunächst ist es eine falsche Unterstellung, als habe der Prophet allem Anschein nach alle Juden aus Medina vertrieben. In der Tat gab es nach und nach Konflikte mit den drei jüdischen Stämmen der Banu Qaynuqa, Banu Nadir und der Banu Qurayza. In diesem Fall dokumentieren alle islamisch-schriftlichen Quellen freigebig davon, indem die namentlich genannten Stämme, Mordanschläge bzw. Kriege gegen den Propheten angestiftet hatten.26 Dies führte schließlich dazu, dass die benannten jüdischen Clans die Stadt Medina verlassen mussten27, obwohl der Prophet zuvor mit ihnen in der „Verfassung von Medina“, grundlegende Verträge zur gegenseitiger Sicherheit und Beistand gegen die Angriffe von außen ratifiziert hatte.28 So steht direkt im Artikel 1 des Abkommens, dass sich die Juden von Medina zusammen mit den Muslimen zur Abwehr eines kriegerischen Angriffs von außen, „zur Seite stehen“ sollten:

Dies ist ein Abkommen des Gesandten Gottes zwischen den Gläubigen und Muslimen von den Quraisch und den Leuten von Yathrib (später wurde die Stadt in Medina umbenannt) und denen, die sich unter ihnen aufhalten und sich ihnen angeschlossen haben und ihnen im Kampf zur Seite stehen“.29

Auch nach dem Abgang der drei rebellischen Stämme, pflegten die Muslime weiterhin gute Beziehungen zu den anderen Juden in Medina. Schließlich hegten nur die drei verbitterten Stämme, weiterhin Feindseligkeiten gegen sie. Die vom Koran regelrecht vorgebrachte scharfe Kritik an die Juden, darf keinesfalls verallgemeinert werden und ausschließlich nur im Kontext seiner Verkündigung verstanden werden.

Der Prophet des Islam ist weder gegen unschuldige Juden vorgegangen, noch hat er sie aus Medina willkürlich verbannen lassen, deshalb richtete sich der Antagonismus nur gegen die Vertragsbrecher.30

Die international renommierte Religionswissenschaftlerin Karen Armstrong beschreibt diesen Umstand wie folgt: „Der Zwist stand nicht mit einer besonderen Feindseligkeit gegen die Juden allgemein im Zusammenhang, sondern nur gegen die drei rebellischen Stämme. Der Koran verehrte weiterhin jüdische Propheten und mahnte die Muslime, die Leute der Schrift zu achten. Kleinere jüdische Gruppen lebten weiterhin in Medina, und später genossen Juden wie Christen in islamischen Reichen volle Religionsfreiheit“.31

Auch Martin Forwand, Dozent für Geschichte an der Universität Cambridge, unterstreicht das selektive Vorgehen von Muhammad: „Wenn der Koran die yahud, „Juden“ anspricht, so bezieht sich das in der Hauptsache auf diejenigen Juden, die Muhammads Wirken in Medina entgegenstanden. Insofern kann man davon ausgehen, dass es zu keiner Zeit die Absicht Muhammads oder des Korans war, die Juden insgesamt zu verurteilen“.32

Hier stellt sich allerdings berechtigt die Frage, wie es eigentlich sein kann, dass in den wichtigsten Hadith-Kompendien antijüdische Ressentiments bedient werden, wie z. B. die bereits oben zitierte Überlieferung:

Wenn das Jüngste Gericht bevorsteht, werden die Muslime die Juden bekämpfen. Diese suchen zu entkommen und verstecken sich hinter Steinen und Bäumen. Da beginnen die Steine und Bäume zu schreien: „Oh, Muslim, oh Diener Gottes, ein Jude verbirgt sich hinter mir. Komm und töte ihn!33

Kurioserweise wurde im Angesicht dazu in der Spätphase von Medina (das heißt die letzten Abschnitte des Koran) ein Vers offenbart34, der ausdrücklich die Vermählung mit Jüdinnen und Christinnen erlaubt:

Heute sind euch alle guten Dinge erlaubt. Und die Speise derer, denen die Schrift gegeben wurde, ist euch erlaubt, wie auch eure Speise ihnen erlaubt ist. Und ehrbare gläubige Frauen und ehrbare Frauen unter den Leuten, denen vor euch die Schrift gegeben wurde (also Jüdinnen und Christinnen), wenn ihr ihnen die Brautgabe gebt […]“.

Es mutet in der Tat seltsam an, während ein Hadith zugleich die Vernichtung aller Juden in der Endzeit durch ein Szenario vorausgesagt haben will und im Gegensatz dazu, im Koran die Heirat mit den Frauen der Schriftbesitzer für erlaubt erklärt wird. Wie ist es in diesem Zusammenhang nur möglich, auf der einen Seite mit Jüdinnen eine Heirat zu begehren und im gleichen Augenblick eine Geisteshaltung zu haben, noch kurz vor dem Weltende seine jüdischen Verwandten, die durch die Heirat mit seiner Frau zustande gekommen ist, erbarmungslos zu vernichten? Danach soll die ontologische Feindschaft gegen die Juden- insbesondere durch die zitierte Überlieferung- um jeden Preis aufrecht erhalten, andererseits und im Widerspruch demgegenüber, der Koran trotzdem die verwandtschaftliche Beziehung zu ihnen durch Ehegemeinschaften gewürdigt bzw. ermutigt zu haben? Inzwischen ist die Arbeit derer nicht mehr zu unterschätzten, die aufgrund der Glaubwürdigkeitswillen und der prekären Situation um die Authentizität der Hadithe, für eine neue methodologisch-alternative Herangehensweise plädieren.35

Hiernach werden strengere Kriterien für die Annahme einer authentischen Überlieferung angelegt. Die klassischen Hadith-Gelehrten beschränkten sich vielmehr auf die Überlieferungsketten (isnad) der Hadithe, anstatt sie durch den Inhalt (matn) des Koran zu durchsieben.

Der Koran nimmt einen Juden in Schutz

Gott offenbarte in der Sure an-Nisa zehn Verse, um einen unschuldigen Juden von einer ungerechtfertigten Anklage freizusprechen. Ta´man ibn Ubayrak war ein Sahaba (Gefährte des Propheten)36 des Stammes der Ansar in Medina. Dieser entwendete heimlich eine Rüstung von einem anderen Muslim. Als er jedoch ahnte verdächtigt zu werden, das Diebesgut bei sich zu haben, legte er insgeheim die Rüstung im Haus seines jüdischen Nachbarn hin. Kurz danach wurde das Diebesgut von seinem eigentlichen Inhaber im Haus des jüdischen Bewohners durch die Doppelmoral und Beihilfe von Ta´man ibn Ubayrak ausfindig gemacht. Der jüdische Nachbar beteuerte vergebens seine Unschuld und konnte sich nicht erklären, wie es schließlich in sein Haus gelangen konnte. Plötzlich strömten zwischenzeitlich auch andere Muslime herbei und fingen schamlos an, den Jüdischen Medinenser als schmutzigen Dieb zu diffamieren, woraufhin der Prophet alsbald herbeieilte. Die Sahabas versuchten lautstark den Propheten zu beeinflussen, indem sie ihm ständig einredeten: „Oh Prophet Gottes, dieser schmutzige Jude ist ein gottloser!“.37 Genau in dieser Atmosphäre offenbarte Gott die nachfolgenden Koranverse mit dem Hinweis darauf, dass auch ein Prophet schließlich nur ein Mensch sei, weshalb er zwischenzeitlich sogar unter dem Einfluss der Angehörigen von Ta´man ibn Ubayrak´s stand:

Wir haben dir das Buch (den Koran) mit der Wahrheit herabgesandt, damit du nach Gottes Vorschriften, die dir offenbart worden sind, unter den Menschen Urteile fällst. Du (Muhammad) darfst keinen Betrüger verteidigen. Denke an Gott, wenn du richtest, und bitte Ihn um Vergebung, ist Er doch voller Vergebung und Barmherzigkeit! Verteidige die Betrüger nicht, die sich in ihrem Innern dem Betrug verschrieben haben! Gott liebt nicht die, die verlogen und sündhaft sind. Sie verstecken sich vor den Menschen, vor Gott aber können sie sich nicht verbergen, da Er immer anwesend ist und weiß, was für unerhörte Pläne sie heimlich schmieden. Gottes Wissen entgeht nichts. Ihr habt sie in diesem Leben verteidigt. Wer aber wird für sie beim Jüngsten Gericht sprechen und wer würde sich dann ihrer annehmen? Wer Böses begeht oder sich selbst Unrecht tut und dann Gott um Vergebung bittet, wird Gott voller Vergebung und Barmherzigkeit finden. Wer eine Sünde begeht, belastet nur sich selbst damit. Gottes Wissen und Weisheit umfassen alles. Wer eine Sünde begeht oder sich eines Vergehens schuldig macht und sie einem Unschuldigen anlastet, der bürdet sich eine ruchlose Verleumdung und eine offensichtliche Sünde auf. Wenn Gott dich (Muhammad) nicht mit Seiner Gunst und Barmherzigkeit bedacht hätte, hätten einige Leute versucht, dich irrezuführen. In Wirklichkeit führen sie sich selbst irre (ohne sich dessen bewusst zu sein). Sie können dir keinen Schaden zufügen. Gott hat dir das Buch und die Weisheit herabgesandt und dich gelehrt, was du nicht wusstest. Die Gunst, die Gott dir erwiesen hat, ist überaus groß. Bei ihren vertraulichen Gesprächen kommt oft nichts Gutes heraus, es sei denn, dass einer zu wohltätiger Spende, einer guten Tat oder einer Versöhnung unter den Menschen aufruft. Wer das tut, um Gott zu gefallen, dem gewähren Wir hohen Lohn. Wer sich, nachdem er die Rechtleitung erkannt hat, dem Gesandten widersetzt und einen anderen Weg geht, als den der Gläubigen, den lassen Wir den gewählten Weg gehen. Am Jüngsten Tag wird er in die Hölle kommen. Welch schlimmes Ende!“ (4:105-115).

Auf dieser Grundlage urteilte anschließend der Prophet Muhammad den muslimischen Dieb Ta´man ibn Ubayrak für schuldig und sprach seinen jüdischen Nachbar vom Anklagepunkt frei. Ta´man ibn Ubayrak war so verbissen und enttäuscht von diesem Urteil gewesen, so das er seinen Islam abrupt ablegte und unverzüglich nach Mekka emigrierte und dort anschließend wieder zum Götzenanbeter wurde.38

Kurzum: Würde der Prophet nicht durch die Offenbarung und die Gnade seines Schöpfers bestärkt gewesen, so hätten die Sahabas ihn mit größter Wahrscheinlichkeit zu einem falschen Urteil gegen den unschuldigen jüdischen Mitbürger bewegt. Der Koran ermahnt die Muslime dagegen eindringlich, die Gerechtigkeit gegen jeden kompromisslos walten zu lassen:

O ihr, die ihr glaubt! Setzt euch für Gott ein und seid Zeugen der Gerechtigkeit. Und der Hass gegen eine Gruppe soll euch nicht (dazu) verleiten, anders als gerecht zu handeln. Seid gerecht, das ist der Gottesfurcht näher (5:8).

Resümee

In der islamischen Geschichte gab es immer wieder den Versuch, den Bericht um Ta´man ibn Ubayrak zu unterschlagen, wie es unter anderem von Ibn Kathir (gest. 1373) und dem zeitgenössischen Korankommentator Prof. Süleyman Ates vertreten wird. Für den renommierten Theologen Prof. Yasar Nuri Öztürk besteht kein Zweifel daran, dass die beiden genannten Exegeten bewusst die eigentlichen Fakten verdreht hätten. Denn beide betonen nachhaltig in ihren Werken, in der Person von Ta´man ibn Ubayrak einen „Munafiq“ (Heuchler) anstatt ihn als ein Muslim zu personifizieren. Nach Öztürk hat diese Intention einen evidenten Hintergrund. Hiernach sei es ein Minderwertigkeitskomplex vieler Muslime sich ehrlicherweise selbst einzugestehen, dass der Koran im Namen der Gerechtigkeit- auch wenn es um das aufdecken der Sünde eines Prophetengefährten handelt- auf der Seite des unschuldigen Juden zu sein und insbesondere seine Rechte auf die unhaltbaren Vorwürfe hin zu verteidigen.39

Die noch immer zum Teil negative Wahrnehmung des Propheten im Kontext der medinensischen Juden, steht völlig im Widerspruch zu einem Mann, der alle Menschen ungeachtet ihrer Ethnie und religiösen Zugehörigkeit zutiefst respektierte. Als eines Tages der Prophet mit seinen Gefährten saß, wurde ein Leichenzug getragen. Als Muhammad dieses sah, stand er auf um seine Anteilnahme von Respekt vor dem Menschen auszudrücken. Darauf hin erwiderten seine Gefährten, dass es sich hierbei doch nur um den Leichnam eines Juden handeln würde, woraufhin der Prophet antwortete: „Ist er denn kein Mensch?“.40

1 So jedenfalls Hans-Peter Raddatz, Von Gott zu Allah?, S. 280-286, 2. überarbeitete Auflage, Herbig Verlag 2001.

2 Zitiert aus: Peter Ortag, Islamische Kultur und Geschichte, S. 39, Hrsg. Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung 2006.

3 Siehe hierzu: Johann Christoph Bürgel, Allmacht und Mächtigkeit, S. 73-80, C.H. Beck Verlag 1991.

4 Zitiert aus: Matthias Küntzel, Islamischer Anti-Semitismus und deutsche Politik. Berlin 2007, S. 154.

5 Vgl. Johan Bouman, Der Koran und die Juden, S. 100, Wissenschaftliche Buchgesellschaft 1990.

6 Zitiert aus: Abu Zaid, Ein Leben mit dem Islam, S. 7, Herder Verlag 1999.

7 Zitiert aus: Gerd Lüdemann, Das unheilige in der Heiligen Schrift, S. 118, 3. Auflage 2004 zu Klampen Verlag.

8 Alexander Flores, Zivilisation oder Barbarei? Der Islam im historischen Kontext, S. 212, Verlag der Weltreligionen, 1. Auflage 2011.

9 Überliefert in: Sahih Bukhari, Bd. 4, Buch 52, Nr. 176. Sahih Muslim, Buch 41, Nr. 6981.

10 Vgl. Der Islam als Alternative, S. 34, 6. Auflage Cagri Yayinlari, Istanbul 2010.

11 Zitiert aus: Der Islam und der Westen, S. 295, 1. Auflage, MSV-Verlag, Köln 2000.

12 Siehe in diesem Zusammenhang auch die folgende Koranverse an: 4:47, 4:154.

13 Vgl. auch die Stelle in: Deuteronomium, 5: 12-15.

14 Dschāmiʿ al-bayān ʿan taʾwīl āy al-Qurʾān, S. 233, Bd. 1, Hisar Yayinevi, Istanbul 2012.

15 Vgl. Muhammad Asad, Die Botschaft des Koran, S. 299, Fußnote 129, 4. Auflage Patmos Verlag 2015.

16 Dschāmiʿ al-bayān ʿan taʾwīl āy al-Qurʾān, S. 236, Bd. 1, Hisar Yayinevi, Istanbul 2012.

17 So jedenfalls Murad Wilfried Hofmann in seiner überarbeiteten Koran-Übersetzung zum Koranvers 5:60.

18 Vgl. hierzu: 100 Fragen zum Islam, 156-157.

19 Siehe hierzu: Christentum contra Islam, S. 8, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1999.

20 Vgl. Hayat Kitabi Kur´an, S. 202, 2. Auflage 2008.

21 Tefsir´ul-Qur´an il-Azim, Bd. 3, S. 350.

22 Der Koran, Zugänge und Lesarten, S. 137-138, Primus Verlag 1999.

23 Und Jesus ist sein Prophet, S. 73-74, Verlag C. H. Beck 2006.

24 Ali Ünal, Der Koran und seine Übersetzung, S. 296, Fontäne Verlag, 1. Auflage 2010.

25 Siehe hierzu: Tafsir-i Kabir, S. 496, Bd. 1, Isaret Yayinlari, 1. Auflage 2006 Istanbul.

26 Vgl. dazu: Salih Suruc, Das leben den Propheten Muhammad, S. 544-546, S. 622-628 und S. 697-673 mit den dazugehörigen Primäquellen.

27 Nur beim Fall von Babn Quraiza gehen die Berichte weit auseinander, denn in den einschlägigen Quellen wird davon berichtet, dass wegen des Hochverrats die Zahl der exekutierten Mitglieder des Stammes zwischen 70 und 600 liegen würden. Siehe hierzu im Detail: http://antikezukunft.de/2014/12/19/massakrierte-muhammad-900-juden-an-einem-tag/.

28 Siehe hierzu besonders: Murad Wilfried Hofmann, Den Islam verstehen, S. 139-151, Cagri Yayinlari 2007, Istanbul.

29 Siehe zu der Verfassung in: http://www.eslam.de/manuskripte/vertraege/verfassung_von_medina.htm (zuletzt abgerufen am 15.10.15.

30 Vgl. dazu: Mustafa Islamoglu, Yahudilesme Temayülü (dt. Die Tendenz, im Charakter jüdisch zu werden), S. 131, 18. Auflage, Düsün Yayinlari Istanbul 2011.

31 Zitiert aus: Kleine Geschichte des Islam, S. 37, Verlag Bvt Dezember 2001.

32 Zitiert aus: Mohammed-Der Prophet des Islam, S. 88-89, Verlag Herder 1998.

33 Siehe zur Quellenangabe Fußnote 9.

34 Vgl. dazu: Muhammad Asad, Die Botschaft des Koran, S. 194, 4. Auflage 2015, Patmos Verlag.

35 Hier sei ganz besonders auf die zwei Arbeiten des Hadith-Wissenschaftlers Prof. Hayri Kirbasoglu zu verweisen: „Alternatif Hadis Metodolojisi“ (dt. Die alternative Hadith-Methodologie) und „Islam Düsüncesinde Sünnet-Elestirel bir Bakis“ (dt.Die Sunna im islamischen Denken-Eine kritische Herangehensweise) zu verweisen.

36 Bisweilen gab es auch den Versuch der Exegeten, Ta´man als einen Heuchler darzustellen, weil viele noch davon ausgehen, das neben dem Propheten auch die Sahabas sündenfrei wären. Vgl. dazu: http://antikezukunft.de/2012/10/20/waren-die-propheten-sundenfrei/.

37 Siehe hierzu: At-Tabari, Dschāmiʿ al-bayān ʿan taʾwīl āy al-Qurʾān, S. 108, Bd. 3, Hisar Yayinevi, Istanbul 2012.

38 Vgl. dazu: At-Tabari, Dschāmiʿ al-bayān ʿan taʾwīl āy al-Qurʾān, S. 102-109, Bd. 3, Hisar Yayinevi, Istanbul 2012.

39 Vgl. Yasar Nuri Öztürk, Dincilik, S. 419-428, Verlag Yeni Boyut, 2. Auflage Istanbul 2010.

40 Überliefert bei Bukhari, Cenaiz 50.

{ 9 Kommentare… lese sie unten oder schreibe selbst einen }

Ziya Cakmak Oktober 15, 2015 um 22:52

Sehr schön Bruder. Vielen Dank für diese ausführliche Erklärung.

Antworten

Peter Zeller Oktober 16, 2015 um 09:46

Gar nicht schön, ‘Bruder’.

Zitatbeginn:
>>Der theoretische Denker des Islamismus Prof. Sayyid Qutb (gest. 1966), schrieb bereits 1950 in seinem Essay „Unser Kampf gegen das Judentum“, dass sowohl im atheistischen Materialismus als auch in der Doktrin der animalischen Sexualität, immer ein Jude stecken würde. Außerdem schreibt er, dass seit Anbeginn des Islam vor über 1400 Jahren die Juden die größten Feinde der Muslime seien. Diese Feindschaft sei nach Qutb kontinuierlich und ununterbrochen bis in unsere Tage hinein zu beobachten: „Der erbitterte Krieg, den die Juden gegen den Islam angezettelt haben […], ist ein Krieg, der in beinahe vierzehn Jahrhunderten nicht für einen einzigen Moment unterbrochen worden ist, der sich bis zu diesem Moment fortsetzt und sein Feuer in allen Ecken dieser Erde auflodern lässt […] Von ihrem ersten Tag an waren Juden die Feinde der muslimischen Gemeinschaft“.4

In diesem Zusammenhang scheint es nicht verwunderlich zu sein, wenn Buchautoren wie Afif Abd al-Fatah Tabara in seinem Buch „Al-Yahud fi´l-Quran” (Die Juden im Koran) in Adolf Hitlers Buch „Mein Kampf“ eine Bestätigung der „koranischen Texte über die Verdorbenheit der Juden zu finden scheint.5

Gleichwohl erinnert Prof. Nasr Hamid Abu Zaid (gest. 2010) in seiner Biografie daran, wie die meisten Ägypter seines Dorfes im Zweiten Weltkrieg noch davon ausgingen, das Adolf Hitler zum Islam konvertiert sei und den Namen Muhammad angenommen habe: „Damals kam das Gerücht auf, Adolf Hitler sei zum Islam übergetreten und hieße in Wirklichkeit Muhammad. Das Gerücht verbreitete sich in unserem Dorf in Windeseile, und die Freunde meines Vaters begeisterten sich an der Vorstellung, dass der Muslim Muhammad Hitler die Ägypter aus den Händen der Kolonialisten befreien würde“.6>> Zitatende.

Daß Luther ein Judenfeind war, bestreitet heute niemand. Aber das war im Mittelalter. Damit wollen Sie diesen unglaublichen Unsinn, den Ihre Islamgelehrten (s. Zitat) heute , in der Jetztzeit behaupten, rechtfertigen!

Das ist offener Antisemitismus.

Noch eines: Man kann jede Kritik am Text/Sinn einer Sure damit abschmettern, daß man behauptet, die kritisierte Stelle sei aus dem Kontext gerissen. Das ist ein sog. Totshlagargument (aber kein Argument in einer vernünftigen Diskussion).

Eine Bitte: Wenn Sie deutsche Übersetzungen von Korantexten verwenden, geben Sie doch bitte den Übersetzer an.

Antworten

Ecevit Oktober 16, 2015 um 10:52

Hallo Peter,

Ich finde Ihre Kritik nicht angebracht, zumal sie dem Artikel und letztendlich mir das schüren von “Antisemitismus” vorwerfen. Es geht keineswegs darum, durch Luther den muslimischen Antisemitismus zu rechtfertigen. Es sollte vielmehr aufgezeigt werden, dass das Phänomen des Antisemitismus schon seit geraumer Zeit von christlichen Würdenträger in die Welt gesetzt wurde. Außerdem sollte Ihnen auch einleuchten, dass der Artikel die Judenfeindschaft keinesfalls rechtfertigt, im Gegenteil, sie wird als unislamisch degradiert. Vielleicht sollten Sie den Artikel komplett zu Ende lesen, anstatt selektive Zitate zu zitieren.
Denn, so agieren Sie wie die Fundamentalisten.

Die Koranzitate beziehen sich hauptsächlich auf die Übersetzung von Muhammad Rassoul.

Antworten

Peter Zeller Oktober 19, 2015 um 07:52

@Ecevit

Vielen Dank für die prompte Antwort. Leider ist meine spontane Erwiderung durch ein Danebentippen im Orkus der Information Technologie verschwunden. Für eine neue Antwort nehme ich mir etwas mehr Zeit.

Antworten

Samet Bozkurt Oktober 18, 2015 um 12:26

Hallo,

ein sehr tiefgründig recherchierter Artikel, ich konnte mich wieder vom profundem Wissen und Nachschlagefleiß des Autors bereichern! Vielen Dank für die öffentliche Arbeit.

Vorab finde ich die Kritik von Herrn Peter Zeller unschlüssig, es wurden Seinerseits lediglich judenfeindliche Textstellen vom Artikel zitiert, auf die der Autor eingeht und diese mit authentischen Quellen widerlegt. Der Argumentationsgang, dass “man [nicht] jede Kritik am Text/Sinn einer Sure damit abschmettern kann, [in dem] man behauptet, die kritisierte Stelle sei aus dem Kontext gerissen”, ist bar jeglicher Vernunft, weil erst eine kontextbezogene Analyse der Verse ihren vollen Sinn und die eigentliche Intention wiederspiegeln. So verhält es sich mit jeglicher Art von klassischer Literatur.

Wie der Autor richtig darstellt, beruhen die vermeintlich “judenfeindlichen” Passagen im Koran auf historische Begebenheiten und richten sich nur an die Stämme/Personen, die dem revolutionären Wirken Muhammads feindlich gesinnt waren und haben somit keine Allgemeingültigkeit.

Ich persönlich finde die letzten beiden Punkte der langen Argumentationskette sehr interessant, u.zw. dass
(a) die Erlaubnis zu interreligiösen Ehen gegen Ende von Muhammad´s Lebzeit erteilt wurde und somit alle anschließenden Prophetenaussprüche bzgl. der generalisierten Judenfeindlichkeit nicht tatsächlich auf das Wort Muhammad´s zurückzuführen sind und
(b) Ta´man ibn Ubayrak die eigene Schandtat vorsätzlich seinem jüdischen Nachbarn unterjubeln wollte und im Moment der Gereiztheit die Verse 4:105-115 offenbart wurden, welche der Unschuld des jüdischen Bürgers gewidmet sind.

Diese Ereignisse signalisieren, dass der Koran in der Quintessenz nicht judenfeindlich ist, sondern feindselig gegenüber ungerechten Personen mit böswilligen Absichten.

Antworten

Weckruf November 1, 2015 um 12:37

Du möchtest also verdeutlichen, dass der Islam im Allgemeinen eine judenfreundliche Religion sei, wobei es ausschließlich Probleme mit spezifischen Stämmen auf der Arabischen Halbinsel gab?

Im Qur’an liest sich das jedoch pauschaler.

Wer bezichtigte die Propheten der Lüge?

Wer tötete sie?

Wer verfälschte die Schrift?

Alles nur die Juden auf der Halbinsel, mit denen der Prophet hie und da in Schwierigkeiten geriet?

{Und Wir gaben bereits Musa die Schrift und ließen nach ihm die Gesandten folgen. Und Wir gaben ´Isa, dem Sohn Maryams, die klaren Beweise und stärkten ihn mit dem Heiligen Geist. War es nicht (so), daß JEDESMAL, wenn euch (juden) ein Gesandter etwas überbrachte, was euren Neigungen nicht entsprach, ihr euch hochmütig verhieltet, indem ihr eine Gruppe (der Gesandten) der Lüge bezichtigtet und eine (andere) Gruppe tötetet?} 2.87

Exakt einen solchen Hochmut lese ich auch aus deinem Text heraus.

Da du einen authentischen Hadith wissentlich ablehnst (einfach aus dem Grund, da er deiner Argumention das Genick brechen würde sowie deinen Neigungen widerspricht), muss ich dir mitteilen, dass dies Großer Kufr ist. Durch die Tat des Großen Kufrs erlischt der Iman einer Person (falls er überhaupt jemals vorhanden war).

Wenn es für jede Ayah einen Offenbarungsanlass gibt, bedeutet das nach dieser verqueren Logik nun, dass nichts mehr davon für die heutige Muslime bindend wäre? Warum müssen wir dann überhaupt irgendwas davon folgen? Kein Hass mehr auf die Kuffar? Keine Zakat mehr? Was ist mit dem Gebet? Und wieso sollte man die Ahadith über die korrekte Ausführung des Gebets überhaupt für authentisch halten, wenn man von der Sunnah doch scheinbar nach belieben/seinen Neigungen nehmen und ablehnen kann, was immer man mag? Da die selben Menschen, die den Qur’an mündlich überlieferten, auch die Ahadith überlieferten, sollte man dann nicht in ähnlicher Weise auch mit Ayat aus dem Qur’an verfahren (nach dieser eurer Logik jedenfalls)?

Es riecht wieder einmal förmlich nach dem Gedankengut der Sekte der “Qur’aniyyun”, die das Wort und den Din Allahs entwerten nach ihren eigenen Gelüsten entstellen möchten. Aber schön, dass sich dieses Fehlverständnis nie wirklich durchsetzen wird, wo Allah Seinen Din doch bewahren wird und 80-90% derjenigen, die sich zum Islam bekennen, sich selbst als Sunniten betrachten.

Auch wenn man sie für ihren Kufr hassen muss, so spricht der Islam den Juden keineswegs das Existenzrecht ab (im Gegensatz zu den “Koranisten”-Murtaddin/Munafiqun/Kafirun der Ahlul Bida, die weit unter den Juden sind). So dürfen sie als Dhimmis sogar auf islamischem Gebiet leben (Dar al-Islam, wo mit dem Wort Allahs geherrscht wird), sofern sie erniedrigt die Jizya an die Muslime abgeben. Ich bestreite übrigens auch nicht, dass man Dhimmis gerecht behandeln sollte. Das sollte man.

Doch egal wie das Urteil über die Juden in der Dunya auch lauten mag, so werden sie im Jenseits doch gewiss unter den Verlierern sein:

{Die Juden sagen: “Seid Juden, so geht ihr den richtigen Weg! ” Die Christen sagen: “Seid Christen, so geht ihr den richtigen Weg!” Sage du ihnen: “Eher sollte man sich zum reinen Glauben Abrahams bekennen, der Allah nichts beigesellte.} 2.135

{Und wer eine andere Religion als den Islam begehrt: nimmer soll sie von ihm angenommen werden, und im Jenseits wird er unter den Verlierern sein.} 3.85

“Al-Bukhari3 (ra) berichtet in seinem Sahih-Werk von Abu Hurairah (ra) und in einem weiteren Hadith von Abdu-llahi-bnu Mascud, dass der Prophet (sas) sagte:

“لَا يَدْخُلُ الْجَنَّة إِلَّا نَفْسٌ مسُ لْمِةَ “ٌ“

“Nur eine muslimische Seele wird ins Paradies eingehen.“”

Und der Prophet Sallallahu Alayhi wa Sallam sagte bezüglich der Juden und Christen “Bei Dem, in Dessen Hand die Seele Muḥammads ist (Ich schwöre bei Allāh), jeder Mensch, ob Jude oder Christ, der von mir hört und stirbt, ohne an das zu glauben, womit ich gesandt wurde (wer den Islam nicht animmt), wird ein Bewohner des Höllenfeuers sein.” [Saḥiḥ Muslim Nr 153]

Allah nennt die Kuffar auch:

{Gewiß, die schlimmsten Tiere bei Allah sind die, die ungläubig sind und (auch) weiterhin nicht glauben,} 8.55

Damit sind all jene gemeint, die nicht an den Quran, an Muhammad und all die anderen Propheten glauben, nach dem sie von ihnen mitbekommen haben.

Allah erklärt die Mushrikun für unrein (Hunde, Schweine und Erbrochenes gelten im Islam bekanntlich ebenfalls als unrein):

{O die ihr glaubt, die Götzendiener sind fürwahr unrein, so sollen sie sich der geschützten Gebetsstätte nach diesem, ihrem Jahr nicht mehr nähern! Und wenn ihr (deshalb) Armut befürchtet, so wird Allah euch durch Seine Huld reich machen, wenn Er will. Gewiß, Allah ist Allwissend und Allweise.} 9.28

Umar – r-Allah-a – sagte gemäß einer von Gelehrten als hasan eingestuften Überlieferung, die ich hier schon einmal erwähnte:

„Das Blut eines Mushriks ist das Blut eines Hundes (wert)“

Jeder Kafir ist ebenfalls auch ein Mushrik.

In der Sura al-Fatiha, die Muslime täglich mehrmals rezitieren, betet man Allah übrigens darum an, dass man nicht den Weg derer beschreitet, die Seinen Zorn hervorgerufen haben. Es dürfte Allgemeinwissen sein, dass damit der Weg der Juden gemeint ist. Damit wären nach dieser Logik also auch nur die medinensischen Juden gemeint oder wie oder wat?

Ach ja, fast hätte ich es vergessen, da es schon einige Wochen her ist, als ich deinen Text las:

Muslime männlichen Geschlechts dürfen Jüdinnen und Christinnen schon auch heiraten (wobei eine Muslima auf jeden Fall präferiert werden sollte), allerdings nur die ehrbaren und keuschen unter ihnen, die weder Ehebruch noch Unzucht begingen. Eine Suche nach einer solchen Kafira verliefe unter heutigen Bedingungen ähnlich wie die nach einer Stecknadel im Heuhaufen. Viel Spaß dabei.

Dieses Recht wird umgekehrt übrigens Musliminnen nicht eingeräumt, was wieder einmal beweist, dass es im Islam weder eine Gleichberechtigung noch eine Gleichstellung der Geschlechter gibt (eine Gleichwertigkeit aber womöglich).

Ich vernahm einmal, dass die Kinder einer solchen Ehe auch als Muslime gelten (nicht nur im Sinne der Fitrah), muss aber nicht stimmen.

Über die Seriösität der Seite kann ich keine Auskunft geben, doch hier werden mögliche Gründe genannt:

http://www.fragenandenislam.com/soru/warum-darf-ein-muslim-nach-islamischem-recht-eine-frau-anderen-glaubens-heiraten-eine-muslima-a

Woher wollen Qur’aniten eigentlich wissen, was wann offenbart wurde? Dann müssten sie auf doch auf die Sunnah/Sira vertrauen, die ihrer Meinung doch voll unglaubwürdig ist.

Eigentlich ist es doch dieselbe verquere Logik und Absurdität sondergleichen, mit der uns Khorchide mit seiner Anti-Islam-Philosophie einreden möchte, dass die heutigen Christen gemäß qur’anischer Sicht gar keine Kuffar seien, weil im Qur’an damit ja angeblich ausschließlich bestimmte arabische Christen gemeint seien, deren Lehre von der heute üblichen Trinitätslehre ein wenig abweichen würde. Somit wären dann alle Kreuz-Anbeter keine Götzendiener und entschuldigt, und die Kuffar sind glücklich. Doch spricht Allah, der Erhabene, in Seinem edlen Qur’an sinngemäß:

{Mit dir werden weder die Juden noch die Christen zufrieden sein, bis du ihrem Bekenntnis gefolgt bist. Sprich: “Die Rechtleitung Allahs ist doch die wahre Rechtleitung.” Und wenn du ihrem Ansinnen folgst, nachdem zu dir das Wissen gekommen ist, so wirst du vor Allah weder Freund noch Helfer haben.} 2.120

Auch wenn ich den Text bereits vor einigen Wochen las, habe ich abermals einen Blick ins Resümee geworfen:

Dass eine Person wie Öztürk einen der größten Gelehrten der islamischen Geschichte der Lüge bezichtigt und auf diese Weise verunglimpft, wundert mich nicht. Traurig nur, dass es tatsächlich Menschen gibt, die sich selbst für Muslime halten und das auch noch ohne weiteres schlucken…

“Die noch immer zum Teil negative Wahrnehmung des Propheten im Kontext der medinensischen Juden, steht völlig im Widerspruch zu einem Mann, der alle Menschen ungeachtet ihrer Ethnie und religiösen Zugehörigkeit zutiefst respektierte.”

Natürlich wäre das widersprüchlich, denn anscheinend wurde hier Gandhi mit Muhammad (s-Allahu-aws) verwechselt. SubhanAllah.

“Überliefert bei Bukhari, Cenaiz 50.”

Ich behaupte nicht, dass die Überlieferung nicht stimmt, aber das ist leider keine Quellenangabe. Bei Sahih al-Bukhari bitte immer den Band, das Buch und die Nummer angeben. Danke im Voraus.

Antworten

Eddy November 17, 2015 um 14:40

Salam Weckruf,

darf ich mich vorstellen? Ich gehöre der Quranniya Sekte an :-) . Wollen wir mal deine Argumente auf Herz und Nieren prüfen!

Du schreibst:

„Du möchtest also verdeutlichen, dass der Islam im Allgemeinen eine judenfreundliche Religion sei, wobei es ausschließlich Probleme mit spezifischen Stämmen auf der Arabischen Halbinsel gab?
Im Qur’an liest sich das jedoch pauschaler.
Wer bezichtigte die Propheten der Lüge?
Wer tötete sie?
Wer verfälschte die Schrift?
Alles nur die Juden auf der Halbinsel, mit denen der Prophet hie und da in Schwierigkeiten geriet?
{Und Wir gaben bereits Musa die Schrift und ließen nach ihm die Gesandten folgen. Und Wir gaben ´Isa, dem Sohn Maryams, die klaren Beweise und stärkten ihn mit dem Heiligen Geist. War es nicht (so), daß JEDESMAL, wenn euch (juden) ein Gesandter etwas überbrachte, was euren Neigungen nicht entsprach, ihr euch hochmütig verhieltet, indem ihr eine Gruppe (der Gesandten) der Lüge bezichtigtet und eine (andere) Gruppe tötetet?} 2.87“

Im Koran steht:

3:113 Sie sind nicht (alle) gleich. Unter den Leuten der Schrift ist eine standhafte’ Gemeinschaft, die Allahs Zeichen zu Stunden der Nacht verliest und sich (im Gebet) niederwirft. 114. Sie glauben an Allah und den Jüngsten Tag und gebieten das Rechte und verbieten das Verwerfliche und beeilen sich mit den guten Dingen. Jene gehören zu den Rechtschaffenen.
Es ist also klar ersichtlich, dass im Koran nicht alle Juden über den Kamm geschehrt werden. Lies dazu auch 2:62 und 5:69 und komm mir nicht mit den Offenabrungsanlässen, die den Koran in keinster Weise duldet:
6:115 Vollkommen / Vollständig ist das Wort deines Herrn in Wahrhaftigkeit und Gerechtigkeit. Es gibt niemanden, der Seine Worte abändern könnte. Und Er ist der Allhörende und Allwissende.
Siehe auch (16:89 und 12:111!)

Willst du Gottes Worte durch Ahadith abändern? Weiterhin steht im Koran:

15:91-93 Die den Koran auseinandergerissen haben. Bei deinem Herrn! Wir werden sie allesamt zur Rechenschaft ziehen. Für all ihre Taten.

Willst du also Verse aus dem Koranzusammenhang reißen um deinem nafs nachzugehen? Das sind nur ein paar Verse. Viele warten noch auf ihre Aufzählung :-)

Deswegen: Du kannst „die Juden“ nicht einfach über den Kamm scheren.

„Da du einen authentischen Hadith wissentlich ablehnst (einfach aus dem Grund, da er deiner Argumention das Genick brechen würde sowie deinen Neigungen widerspricht), muss ich dir mitteilen, dass dies Großer Kufr ist.“

Bring mir einen Koranvers der vom großen Kufr spricht, wichtiger „großen Kufr“ erklärt!

„Durch die Tat des Großen Kufrs erlischt der Iman einer Person (falls er überhaupt jemals vorhanden war).“

Unfug. Wer wirklich bereut dem verzeiht Gott! Jede Sünde.

„Keine Zakat mehr?“

Ist im Koran hinreichend erklärt. Iqral Qur’an! (Lies den Koran!)

„Was ist mit dem Gebet?“’

Was soll damit sein?! Auch dort erklärt der Koran alles!

„Und wieso sollte man die Ahadith über die korrekte Ausführung des Gebets überhaupt für authentisch halten, wenn man von der Sunnah doch scheinbar nach belieben/seinen Neigungen nehmen und ablehnen kann, was immer man mag?“

Was machst du denn die ganze Zeit? :-) und vor allem: wie betest du einheitlich „Sunna“gebete, wo man 50 verschiedene Gebete aus der angeblichen Sunna rauslesen kann, alle 4 Rechtsschulen unterschiedlich beten? ;-)

„Da die selben Menschen, die den Qur’an mündlich überlieferten, auch die Ahadith überlieferten, sollte man dann nicht in ähnlicher Weise auch mit Ayat aus dem Qur’an verfahren (nach dieser eurer Logik jedenfalls)?“

Ja so schreibt einer, der den Koran nicht kennt. Der Koran ist geschützt von Gott und wer den Koran überliefert hat, kannst du nicht belegen weil dir dazu die Quellen fehlen. Dazu kommt, dass Ahadith nicht wie der Koran einheitliche Quellenverweise vorlegen kann. Wir sehr frühe Koranfragmente vorlegen können , die mit den Heutigen identisch sind. Aber: Schon Bukhary hat 99% der Ahadith als falsch eingestuft! Willst du das gleiche über den Koran aussagen?!

„Es riecht wieder einmal förmlich nach dem Gedankengut der Sekte der “Qur’aniyyun”, die das Wort und den Din Allahs entwerten nach ihren eigenen Gelüsten entstellen möchten.“

Ich folge Allah allein, anstatt wie ein Salafist die Sunna nach nafs auszulegen. Du schlägst Bukhary dort auf, wie es dir in den Kram passt. Liest den Koran nicht im Kontext und entstellst ihn wie oben aufgezeigt.

„Aber schön, dass sich dieses Fehlverständnis nie wirklich durchsetzen wird, wo Allah Seinen Din doch bewahren wird“

Ach schau an du kennst Gottes Gedanken? Interessant! :-)

„und 80-90% derjenigen, die sich zum Islam bekennen, sich selbst als Sunniten betrachten.“

Dazu doch gleich bitte folgende Koranverse:

10:60. Was wird die Meinung derer, die gegen Allah Lügen ersinnen, am Tag der Auferstehung sein? Allah ist wahrlich voll Huld gegen die Menschen. Aber die meisten von ihnen sind nicht dankbar.

11:17 Aber die meisten Menschen glauben nicht.

Das sind jetzt nur 2 Verse von vielen, die „die Meisten“ kritisiert. Du stehst also vor Gott in einer ganz anderen Stiuation als ich, rein statistisch gesehen. Geh lern deine Lebensordnung und erzähl nicht vom Pferd bitte! Will er die Wahrheit an der Mehrheit messen! Ad hominem :D

Wenn es mehr Israelis auf der Welt gibt, dann haben sie mehr recht? :D

„sofern sie erniedrigt die Jizya an die Muslime abgeben.“

Dschizya so zu verstehen ist mit dem Koran nicht vereinbar. Es gibt keinen Zwang im Glauben laut Koran, was dann hier der Fall wäre, dass Wort beschreibt die Wiedergutmachung. Lies die arabische Wurzel davon und interpretiere nicht nach nafs!

„{Die Juden sagen: “Seid Juden, so geht ihr den richtigen Weg! ” Die Christen sagen: “Seid Christen, so geht ihr den richtigen Weg!” Sage du ihnen: “Eher sollte man sich zum reinen Glauben Abrahams bekennen, der Allah nichts beigesellte.} 2.135“

Und was sagen deine Gelehrten in bezug zu „dem Islam“? :-)

„{Und wer eine andere Religion als den Islam begehrt: nimmer soll sie von ihm angenommen werden, und im Jenseits wird er unter den Verlierern sein.} 3.85“’

Warum übersetzt du das Wort Islam nicht auf deutsch?! Was heißt Islam im deutschen Wörterbuch?! Ich kenne es so nicht! Ergebung (in Gott) ist gemeint und nicht deinen sunnitischen Herren zu folgen und Gottes Einheit zu teilen!

„“Nur eine muslimische Seele wird ins Paradies eingehen.“”“

2:62 Gewiß, diejenigen, die glauben, und diejenigen, die dem Judentum angehören, und die Christen und die Säbier – wer immer an Allah und den Jüngsten Tag glaubt und rechtschaffen handelt, – die haben ihren Lohn bei ihrem Herrn, und keine Furcht soll sie überkommen, noch werden sie traurig sein.

Frage an dich:

49:16. Sag: Wollt ihr Allah über eure Religion belehren, wo Allah weiß, was in den Himmeln und was auf der Erde ist? Und Allah weiß über alles Bescheid.

„Allah nennt die Kuffar auch:
{Gewiß, die schlimmsten Tiere bei Allah sind die, die ungläubig sind und (auch) weiterhin nicht glauben,} 8.55 ”

Kannst du bitte den genauen Zusammenhang posten! Der Satz geht weiter!

8:55. Gewiß, die schlimmsten Tiere bei Allah sind die, die ungläubig sind und (auch) weiterhin nicht glauben, 56. mit denen du eine Verpflichtung eingegangen bist, die aber dann ihre Verpflichtung jedesmal brechen und nicht gottesfürchtig sind.

In Vers 56 wird mit „allathina“ an 55 angeknüpft du Anfänger!

Dann dein Unwissen:

„Damit sind all jene gemeint, die nicht an den Quran, an Muhammad und all die anderen Propheten glauben, nach dem sie von ihnen mitbekommen haben.““

Wo steht das in 8:55 und umliegenden Versen! Machst du deine Lebensordnung wie es dir passt?!

„Ach ja, fast hätte ich es vergessen, da es schon einige Wochen her ist, als ich deinen Text las:
Muslime männlichen Geschlechts dürfen Jüdinnen und Christinnen schon auch heiraten (wobei eine Muslima auf jeden Fall präferiert werden sollte), allerdings nur die ehrbaren und keuschen unter ihnen, die weder Ehebruch noch Unzucht begingen.

Eine Suche nach einer solchen Kafira“ Sag mal geht´s noch?! :D

:D du stellst also von Gott erlaubtes als Kafira auf?!

„verliefe unter heutigen Bedingungen ähnlich wie die nach einer Stecknadel im Heuhaufen. Viel Spaß dabei.“

Deine Spaßinterpretationen haben wir ja bis hierhin gesehen ;-)

„Dieses Recht wird umgekehrt übrigens Musliminnen nicht eingeräumt“

Wo steht das im Koran?! Im Koran steht:

6:114 Soll ich denn einen anderen Schiedsrichter als Allah begehren, wo Er es doch ist, der das Buch, ausführlich dargelegt, zu euch herabgesandt hat?

42:10 Und worüber ihr auch immer uneinig seid, das Urteil darüber steht Allah (allein) zu. Dies ist doch Allah, mein Herr. Auf Ihn verlasse ich mich, und Ihm wende ich mich reuig zu.

“Woher wollen Qur’aniten eigentlich wissen, was wann offenbart wurde?“

Das müssen sie nicht wissen, weil der Koran so etwas nicht erwähnt oder braucht :-) Bringe den Koranvers, wo steht, dass man Offenbarungsanlässe lesen soll :-)

Aber Frage an dich: Warum decken die Offenbarungsanlässe nicht mal 10% des Korans? Und selbst diese sind auch gern verfälscht und politisch motiviert? Hat Muhammad „den Islam“ unvollständig hinterlassen? ;-)

„Dann müssten sie auf doch auf die Sunnah/Sira vertrauen, die ihrer Meinung doch voll unglaubwürdig ist.“

Warum muss man auf etwas Unnötiges vertrauen?! Die Sira werden selbst von konservativen kritisch gelesen. Fazit: Du machst dir die Welt wie sie dir gefällt. Ein Vers für dich:

2:170. Und wenn man zu ihnen sagt: „Folgt dem, was Allah herabgesandt hat”, sagen sie: „Nein! Vielmehr folgen wir dem, worin wir unsere Väter vorgefunden haben.” Was denn, auch wenn ihre Väter nichts begriffen und nicht rechtgeleitet waren?

Antworten

Eddy November 18, 2015 um 21:17

Ich hätte eigentlich noch viel ausführlicher diesen Unwissenden zurechtweisen können aber nochmal zur Thermatik selber:

Es ist richtig, dass die meisten Juden im Koran kritisiert werden. Das ist jedoch nur die halbe Wahrheit. Denn das gleiche wird auch bei Christen kritisiert aber auch mehrfach allgemein alle Menschen und was unser Unwissender hier nicht erwähnt, auch direkt bei Muslimen selber und zwar beispielsweise in 25:30:

25:30. Und der Gesandte sagt: „O mein Herr, mein Volk mied diesen Qur’an unter Missachtung.”

Die Exegeten sind sich in diesem Vers nicht einig ob der Gesandte dies am Jüngsten Tag den ganzen Muslimen vorwirft oder dies schon den – für unseren Unwissenden wohl heiligen – Sahabas galt. Rein logisch gesehen ist natürlich beides richtig.

Oder:

48:11 Die Zurückgelassenen der Wüstenaraber werden zu dir sagen: „Unser Besitz und unsere Angehörigen haben uns (zu sehr) beschäftigt; so bitte für uns um Vergebung.” Sie sagen mit ihren Zungen, was nicht in ihren Herzen ist. Sag: Wer vermag denn für euch bei Allah etwas (zu ändern), wenn Er für euch Schaden will oder wenn Er für euch Nutzen will? Aber nein! Allah ist dessen, was ihr tut, Kundig.

Und noch ättliche andere Beispiele. Deswegen kann man nicht einfach die angeblich tollen Muslime selektieren und schön die Juden als böse aussehen lassen. Sollte unser Unwissender noch folgenden Vers aufbieten:

3:110 Ihr seid die beste Gemeinschaft, die für die Menschen hervorgebracht worden ist.

… ist hier natürlich anzumerken, dass damit nur die Überzeugten (Gläubige ist keine richtige hinreichende Übersetzung) gemeint sind, die mittelfristig unter Muhammad die Oberhand hatten (siehe vorherige Verse). Anders ist der Kontext auch gar nicht zu decken.

4:82. Denken sie denn nicht sorgfältig über den Qur’an nach? Wenn er von jemand anderem wäre als von Allah, würden sie in ihm wahrlich viel Widerspruch finden.

18:1. (Alles) Lob gehört Allah, Der das Buch (als Offenbarung) auf Seinen Diener herabgesandt und daran nichts Krummes gemacht hat,

Salam!

Antworten

Hasan November 29, 2015 um 12:10

Empfehlung : Unter Kreuz und Halbmond. Die Juden im Mittelalter von Mark R. Cohen.

Cohen beschreibt in seinem Buch, wie Juden im Mittelalter in islamischen und in christlichen Ländern gelebt haben. Es ist eine Gegenüberstellung…

Antworten

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