Warum fasten Muslime ?

von Ecevit Polat am 7. August 2010

Fasten ist eine der fünf obligatorischen Kernhandlungen der Anbetung, und seine Belohnungen sind großartig. Das Fasten, das bedeutet, die Absicht zu haben sich des Geschlechtsverkehrs zu enthalten (und dies auch einzuhalten) und vom Sonnenaufgang bis –untergang nicht zu essen und zu trinken, hat eine Anzahl religiöser, moralischer, sozialer und gesundheitlicher Vorzüge.

Fastende Menschen zum Beispiel üben sich in Geduld; sind in der Lage Problemen wie den Durst und den Hunger zu widerstehen; können ihr niederes Selbst kontrollieren; und erhalten ein besseres Verständnis der Bedeutung von Wollen und Besitzen. Daraus erwerben sie viele Vorzüge, wie Mitgefühl, Zuneigung, anderen zu helfen und ein nützliches Mitglied der Gesellschaft zu sein. Sie verstehen den wahren Wert der Segnungen, welche sie genießen, und lernen Verschwendung zu vermeiden. 

Fasten führt zu spiritueller Erhebung, stärkt die Willenskraft des Einzelnen und ermutigt die Entwicklung von Gefühlen der Liebe, des Mitleids, und den Eifer anderen zu helfen. 

Fasten, eine vorgeschriebene Pflicht für jeden zurechnungsfähigen und gesunden Muslim, dauert den gesamten Monat des Ramadan. 

Der Allmächtige Allah offenbart: 

O ihr, die ihr glaubt! Euch ist das Fasten vorgeschrieben, wie es den Menschen vor euch vorgeschrieben war; vielleicht werdet ihr gottesfürchtig. (Sure al-Baqara, 183) 

Dieses Moral- und Verhaltenstraining reinigt die Seele von Bösem und entwickelt Gefühle wie Liebe, Zuneigung und Mitleid. Es ist der Gesundheit des Menschen zutiefst nützlich, wie die moderne Medizin bewiesen hat. 

Der Bote Allahs (s.a.w.s) sagte: 

“Fastet (den Monat des Ramadan) und heilt eure Körper von Krankheiten.” 

Das Aufstehen zum Sahur 

Der Prophet (s.a.w.s) pflegte Sahur (das Essen während des Ramadans vor der Morgendämmerung) zu essen, aber entgegen seiner Gewohnheit Iftar zu sich zu nehmen (das Fastenbrechen bei Sonnenuntergang) aß er Sahur zu später Stunde. 

Gemäß einem Hadith al-Scharif, den Anas bin Malik (r.a) erzählte, sagte der Bote (s.a.w.s) von Allah: “Nimm Sahur zu Dir, da in ihm ein Segen liegt” (Sahih al Bukhari, Band 3, Buch 31, Nummer 146). Vor der Dämmerung aufstehen und Sahur essen wird mit der Absicht des Fastens getan. In der Tat berichtet Al-Fatawa al-Hindiyyah, dass: 

“Zum Sahur im Ramadan aufzustehen ist eine Absicht. Najm al-Din Nasa`i stimmt dem zu. Dennoch ist das Aufstehen zum Sahur nur mit der Absicht, den ganzen Tag zu fasten gültig. Es ist ungültig, wenn die Absicht besteht an anderen Tagen zu fasten.” (I:195) 

Die Vorbedingungen des Fastens 


Nach Omer Nasuhi Bilmen:
 

1) Muslim sein, bei gesundem Verstand, und erwachsen, sind grundlegend dafür für das Fasten verantwortlich zu sein. Diejenigen, die diese Kriterien nicht erfüllen, sind davon befreit. Allerdings kann ein vernünftiges Muslimkind, das das Alter der Klugheit erreicht hat, freiwillig fasten. 

2) Gesund sein und eine ständige Wohnung zu besitzen ist grundlegend das Fasten anzubieten. Deswegen müssen Kranke oder Reisende nicht fasten. Allerdings müssen sie die versäumten Tage nachholen. 

Die Aussagen des Propheten (s.a.w.s) zum Fasten 

Unser Prophet (s.a.w.s) unterstrich die Vorzüge des Fastens und erklärte seine Feinheiten. In den Hadithen unseres Propheten (s.a.w.s), die sich auf das Fasten bezogen, sagte er: 

“Die Belohnung für jede tugendhafte Tat wird von zehn- auf siebenhundertmal erhöht, aber der dauerhafte Befehl von Allah (zum Fasten) ist, dass das für das Fasten nicht gilt. Es gibt zwei Momente der besonderen Freude für einen fastenden Mann. Der eine Moment ist, wenn er mit dem Fasten aufhört, und er erlebt dies in seiner irdischen Existenz, und der andere Moment wird im Jenseits sein, wenn er vor dem Herrn vorstellig wird.“ (Sahih Muslim) 

Die unverwechselbarste Eigenschaft des Fastens ist, dass es unwahrscheinlich ist, dass es jemand um der Darstellung willen verrichtet. Daher trägt es nicht das Risiko des Abdriftens eines Gläubigen in die Scheinheiligkeit. Es ist für alle erwachsenen Muslime, die keine Entschuldigung haben, verpflichtend. 

Unser Prophet (s.a.w.s) sagte: 

“Wenn der Monat Ramadan kommt, werden die Tore des Gartens geöffnet und die Tore der Hölle geschlossen; und die Teufel werden hinter Gittern gesteckt.” (Sahih al-Bukhari und Sahih Muslim) 

“Im Paradies gibt es ein Tor, das Rayyan genannt wird, durch das nur die Befolger des Fastens am Tag der Auferstehung durchgehen werden. Niemand sonst wird mit ihnen eintreten. Es wird dann ausgerufen: `Wo sind die Befolger des Fastens, damit ihnen Einlass gewährt wird?´ Und wenn der Letzte von ihnen eingetreten sein wird, wird es geschlossen und es wird niemand mehr eintreten können.” (Sahih Muslim, Buch 006, Nummer 2569) 

“Das Fasten ist ein Schild; und wenn von euch fastet, darf er weder anstößige Worte von sich geben, noch Lärm machen. Würde jeder mit ihm streiten und ihn beschimpfen wollen, würde er einfach sagen `Ich faste´.” (Sahih al-Bukhari und Sahih Muslim) 

“(Allah sagt über die fastende Person), `Er hat sein Essen, seine Getränke und Wünsche um Meiner Willen verlassen. Das Fasten ist für Mich. Deshalb werde Ich (die fastende Person) dafür belohnen.´” (Sahih al-Bukhari, Band 3, Buch 31, Nummer 118) 

Andere mit dem Fasten zusammenhängende Dinge 

Das verpflichtende Fasten während des Ramadan zu unterbrechen ist eine kolossale Sünde. In der Tat sagte Bote Allahs (s.a.w.s): 

“Die Buße für das Unterbrechen des Fastens im Ramadan entspricht der Buße für Zihar.” (Fath al-Qadir) 

Unser Prophet (s.a.w.s) aß sein Iftar, bevor er seine üblichen Gebete am Abend verrichtete. Er verschlang eilig sein Iftar und wies seine Verwandten dazu an es ebenso zu tun. Er unterbrach sein Fasten mit Datteln und Wasser. Während er dies tat, sagte er: “O Allah! Um Deiner Willen habe ich gefastet, und nun unterbreche ich das Fasten mit dem Essen, das von Dir kommt. Nimm unser Fasten an. Ohne Zweifel hörst und weißt Du alles.” (Abu Dawud)

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