Ist Bukhari wirklich zuverlässig?

von Ecevit Polat am 28. September 2010

Ein Gastbeitrag von Baycan Yanar

Sahih al Bukhari’s Hadith Sammlungen gelten nach dem Qur’an als zweit wichtigste Quelle für die Islamische Gemeinschaft. Da seine Werke als authentisch gelten, ist es vor allem in der Salafitischen Gemeinde unvorstellbar einen dieser Überlieferungen in Frage zu stellen. Doch man muss vorsichtig sein wenn es um Hadithe (Aussagen und Charaktereigenschaften des Propheten) geht, die mit dem Geist des Qur’ans nicht vereinbar sind und sich  im Widerspruch mit dem Qur`an befinden. Einige Hadithe aus der Bukhari Sammlung verstoßen gegen das Prinzip des Qur’ans und der gottgegebenen Menschenrechte. Zwei Überlieferungen aus den Auszügen von Bukhari sollten ausreichen um zu erkennen, dass diese gegen das Strafgesetz des Qur’ans verstoßen [Sure 24:2] und gegen die Religionsfreiheit die uns Gott gegeben hat,, kein Zwang in der Religion“ (2:256) stark wiedersprechen.

Ikrama berichtete, daß Alyy( Hz.Ali ), Allahs Wohlgefallen auf ihm, einige Leute verbrannte. Als Ibn Abbas davon erfuhr, sagte er: ” An seiner Stelle hätte ich sie nicht verbrannt; denn der Prophet, Allahs Segen und Friede auf ihm, sagte: Vollzieht keine Strafe, mit der Allah Selbst bestraft. Und ich hätte sie hingerichtet, wie der Prophet (Allahs Segen und Friede auf ihm) sagte: “Wer seine Religion ändert, den sollt ihr töten!”

6812-… Alyy, Allahs Wohlgefallen auf ihm, – nachdem er am Freitag für eine Frau die Strafe der Steinigung vollzogen hatte – sagte: “Ich habe sie nach der Sunna des Gesandten Allahs mit der Steinigung bestraft”.

Diese Überlieferungen die sich stark im Widerspruch zum Qur’an befinden, dürfen wir nicht als authentisch akzeptieren. Letztendlich zählt das Wort Gottes im Qur’an und nicht die der Sunna. Obwohl der Prophet aufgefordert hat, nach seinem Tod keinen anderen Text außer dem Qur’an zu folgen, spricht dennoch nichts dagegen, Überlieferungen zu folgen die dem Qur’an nicht widersprechen (Beispiel; Die Gebetswaschung, das Gebet, die Praktiken der Hadsch, der Umgang mit Menschen etc.).  In einem Hadith Überliefert heißt es: >>Höret auf mich und folget mir, solange ich unter euch weile. Nach meiner Zeit, so rate ich euch, klammert euch an das Buch Gottes. Haltet für erlaubt, was es euch gebietet und für verboten, was es euch untersagt.<< [vgl. Elbani, el-Ahadis es-Sahiha, 3/358-360].

Diese Überlieferung findet im gegensatz zu den oben erwähnten Hadithen von Bukhari ihre Bestätigung in den folgenden Koran Versen:

Sure 4:87 […] Wessen Wort ist zuverlässiger als Allahs? […]

oder: 7:185 […]Und an welche Botschaft nach dieser wollen sie wohl glauben?[…]

oder: 77:50 An welche Verkündigung nach dieser wollen sie denn glauben?

Der 2. Kalif Ummar ibn al Khattap verlangte von der Gemeinschaft, dass jeder der eine Aussage des Propheten schriftlich aufbewahrt hat, ihm zu übergeben. Daraufhin kamen ca. 500 Aussagen zusammen und er sah einige gravierende Unstimmigkeiten. Als er dies bemerkte, empfahl er der Gemeinde keinen anderen Text außer dem Qur’an zu folgen (Abdullah Ibn Mes’ud). Wenn bei 500 gesammelten Hadithen in der Zeit des Kalifen Ummar Unsicherheiten aufgekommen sind, wie ist es dann jetzt nach 1400 jahren mit über einer million Hadithen?

Siehe hierzu, Ali Akín Hurafeler ve Gercekler und Imam-i-Azam von Yasar Nuri Öztürk 2009 18. Auflage yeni Boyut.

Previous post:

Next post: