Warum straft Gott, wo doch alles vorherbestimmt ist?

von Ecevit Polat am 26. Januar 2011

Wen Gott leiten will, dem öffnet Er die Brust für den Islam, und wen Er in die Irre gehen lassen will, dem macht Er die Brust eng… So verhängt Gott die Strafe über jene, die nicht glauben“, (6:125)

Versiegelt hat Gott ihre Herzen und ihr Gehör“. (2:7)

Wie sollte der Mensch Entscheidungsfreiheit besitzen vor einem Gott, der als Allwissender künftige Abläufe im Voraus kennt und sie als Allmächtiger verhindern könnte, so Er wollte.

Wer solches außer Zusammenhang liest, kann zur Auffassung kommen, dass Gott ein willkürlicher Gott ist, der ohne Verschulden „straft, wen er will (3:129), und das dies alles von Ewigkeit festgelegt ist.

Allerdings schildert der Koran, dass der Mensch die ihm von Gott angebotene Handlungsfreiheit angenommen hat „Siehe, Wir boten die Verantwortung (für Ausübung von freiem Willen und Vernunft) den Himmeln und der Erde und den Bergen an, doch weigerten sie sich, sie zu tragen, und schreckten davor zurück. Der Mensch lud sie sich jedoch auf“ (33:72).

Einer fatalistischen Einstellung steht insbesondere: „Gewiss, Gott verändert die Lage eines Volkes nicht, solange sie sich nicht selbst innerlich verändern“ (13:11) entgegen.

Vielen irritiert schon zu anfangs, die Lektüre des Koran in Sure al-Baqara Vers 7: „Versiegelt hat Gott ihre Herzen und Ohren, und über ihren Augen liegt eine Hülle, und für sie ist schwere Strafe bestimmt“.

Um den Hintergrund dieses Verses zu verstehen, setzt die Kenntnis der Offenbarungsanlässen (asbab nuzul) voraus. Der oben zitierte Vers wird in (41:5-6) ausgiebig erläutert: „Und doch (wann immer diese göttliche Schrift den Menschen dargeboten wird) wenden sich die meisten von ihnen ab, so dass sie (ihre Botschaften) nicht hören können, und so sagen sie (sozusagen)“Unsere Herzen sind verhüllt vor dem, wozu du uns rufst (o Muhammad), und in unseren Ohren ist Taubheit, und zwischen uns und dir ist eine Schranke“.

Und ihm (dem Menschen) die beiden Wege gezeigt hat (des Guten und des Bösen 90:19).  

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