Ist der Koran Juden und Christen feindlich gesinnt?

von Ecevit Polat am 30. Januar 2011

Kritiker sagen oft, dass der Koran eine feindselige Einstellung gegenüber Nicht-Muslimen einnehme und von Freundschaften mit Menschen außerhalb der islamischen Tradition abrate.

Einige ziehen dieses Missverständnis aus Versen wie 5:51, in denen Muslimen geraten wird, keine Juden und Christen als Awlija zu nehem, was oft falsch mit „ Freunde“ übersetzt wird, tatsächlich jedoch >> Verbündete<<, >> Beschützer<< oder >> Verteidiger<< bedeutet.

Verse wie 60:8 verdeutlichen, dass der Koran von gegenseitiger Kooperation und Freundschaft nur mit solchen Nicht-Muslimen abrät, die Muslimen feindlich gesinnt sind, sie aus ihren Häusern vertreiben oder anderen bei der Unterdrückung der muslimischen Gemeinschaft helfen (60:9). Andererseits sagt der Koran, dass Muslime friedlichen Nicht-Muslimen gerecht und freundlich begegnen sollen wie die Sure 60 Vers 8 verdeutlicht:

Gott verbietet euch nicht, gegen die gütig und gerecht zu sein, die euch nicht wegen eures Glaubens bekämpft oder euch aus euren Häusern vertrieben haben. Gott liebt fürwahr die gerecht Handelnden.

Des weiteren ruft der Koran zum friedlichen und freundlichen Dialog zwischen Religionen, Kulturen und Zivilisationen auf, um einander kennen zu lernen und gute Freunde in gegenseitiger Liebenswürdigkeit zu werden (5:48, 16:125, 49:13).

Andere Verse, die zum Gedanken verleiten, der Koran sein anderen Religionen feindlich gesinnt, sind unter anderem jene, in denen Kuffar zur Hölle verdammt werden.

Das arabische Wort Kafir ( Plural Kuffar) bedeutet weder Ungläubiger  noch >> Treuloser<<, wie es manchmal übersetzt wird. Kafir bedeutet in seinen Wurzeln vielmehr Undankbarer. Es beschreibt einen Menschen, der Gott gegenüber so undankbar ist, dass er Ihn ablehnt. Außerdem beschreibt Kafir Menschen, die andere Götzen neben Gott anbeten. Dies schließt die Anbetung des niederen Selbst ein. Mann kann auch Gott einen Partner in Form geliebter Menschen zur Seite stellen (98:1).

Der Koran warnt vor ungerechter Verallgemeinerung beim Urteil über Juden und Christen, da es darunter Menschen gibt, die aufrichtig für Gerechtigkeit einstehen, die ganze Nacht zu Gott beten und gute Taten vollbringen (3:113-115). Die Schrift ermutigt sogar zu enger Verbundenheit mit Christen, die für ihre Wissbegierde, Einfachheit und Demut gelobt werden (5:82).

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