Was kann der Islam den Westen bieten?

von Ecevit Polat am 8. Februar 2011

 

Die Muslime sehen die westliche Kultur in einer tiefgreifenden, ja existenziellen Krise, die zu ihrem Zusammenbruch führen kann, wenn sie sich nicht auf Verhaltensweisen und Werte zurückbesinnt, die der Islam verkörpert. Davon wollen wir einige aufführen, aus denen sich spiegelbildlich die Krisensituation ergibt:

1. Der Westen leidet unter Rassismus, nicht nur in den USA und Israel.

Keine andere Religion war in der Eindämmung rassistischer Diskriminierung erfolgreicher als der Islam.

2. Im Widerspruch zur christlichen Aufforderung, seinen Nächsten zu lieben, leidet der Westen unter einem Erkalten der sozialen Beziehungen. Die muslimische Gemeinschaft bietet oft Wärme und Geborgenheit.

3. Die westliche Jugend möchte sich von hierarchischen Strukturen befreien. Der Islam ist pluralistisch angelegt. In Abwesenheit von Kirche, Sakramenten, Priestern, Papst und Heiligen und einer Erbsündenlehre ist ein Muslim der emanzipierte Gläubige schlechthin.

3. Der Westen hält sich für den Hort der Rationalität, auch noch nach zwei Weltkriegen, Faschismus, Kommunismus, Nukleareinsätzen, Holocaust, Apartheid, ethnischer Säuberung und Umweltzerstörung. Nachdenkliche Kreise im Westen stellen aber inzwischen – wie die Muslime – in Frage, ob es rational ist, Gott zu leugnen, und ob der Westen nicht zum Opfer seines Werteagnostizismus geworden ist. Andererseits bieten die Muslime einen mysterienfreien Glauben und insofern „ rationalistischen “ Glauben.

4. Die westliche Gesellschaft ist strukturell süchtig. Man denke an Tabak, Drogen und Alkoholkonsum und wie viel Leid dadurch Entsteht wie z.B., Autounfälle, Ehescheidungen und Leberzirrhosen etc.

Den Muslimen ist der Konsum aller Mittel untersagt, welche das Denken oder die Selbstkontrolle beeinträchtigen könnten. Dieses Nüchternheitsgebot betrifft natürliche wie synthetische Rausch und Suchtmittel selbst in geringsten Mengen (5:90).

Insofern sind Muslime strukturell nüchtern.

5. Westliche Frauen, wie muslimische, möchten sich vor Ausbeutung als Sex – Objekte schützen. Die muslimischen Frauen verfolgen dabei aber die erfolgreichere Methode.

6. Der westliche Mensch kämpft mit Übergewicht und Colesterin. Fasten im Ramadan hat sich dagegen bewährt.

7. Der westliche Mensch ist „ gestresst“, selbst im Urlaub. Muslime vermeiden Stress durch ihre Gottergebenheit, regelmäßige Kontemplation im Gebet und ihre Einstellung zum , Schicksal“.

Die Aufstellung klingt so, als sei bei Muslimen alles ideal und bei Nichtmuslimen alles im Eimer und als präsentiere sich die muslimische Welt als vorbildlich. Natürlich soll man nur Gleiches mit Gleichem vergleichen.

Somit gibt es im Islam Strukturelemente, die bei voller Beachtung sich als Heilmittel für spezifische Krankheitsbilder der westlichen Zivilisation erweisen könnten. Ein Kranker muss nicht nur über das geeignete Medikament verfügen, er muss es auch schlucken.

Siehe hierzu auch: Die Politische Gestaltung des Islam im 3.Jahrtausend, Murad Wilfried Hofmann 2004, und Den Koran verstehen, Yasar Nuri Öztürk 1999.

Previous post:

Next post: