Wurde Muhammad (s) in der Bibel angekündigt?

von Ecevit Polat am 16. Oktober 2011

 

Doch ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, das ich fortgehe. Denn wenn ich nicht fortgehe, wir der Beistand (Paraklit) nicht zu euch kommen; gehe ich aber, so werde ich ihn zu euch senden. Und wenn er kommt, wird er die Welt überführen (und aufdecken), was Sünde, Gerechtigkeit und Gericht ist. (Johannes, 16:7-8)

In diesen Versen wird der Prophet Muhammad als Paraklit bezeichnet. Dem Wörterbuch Webster´s New World Dictionary zufolge ist das Wort Paraklit aus Parakletos abgeleitet – Vermittler, Fürsprecher, Anwalt. Abidin Pascha aber, ein griechischer Gelehrter des 19. Jahrhunderts, der die griechische Sprache sehr gut kannte und dessen Werke über die griechische Literatur von den griechischen Autoritäten in den höchsten Tönen gelobt wurden, schreibt, dass Paraklit in Wirklichkeit Ahmad bedeute, der Gepriesene. (Al-Dschisri, S. 59) Und tatsächlich kommt Parakletos von Periklytos – Ahmad. Auch der Koran bestätigt, dass schon Jesus das Kommen des Propheten Ahmad vorausgesagt hat, wobei Ahmad als Synonym für Muhammad gebraucht wird:

„  Und als Jesus, der Sohn Marias, sagte: „O Kinder Isra’ils, gewiss, ich bin Gottes Gesandter an euch, das bestätigend, was von der Tora vor mir (offenbart) war, und einen Gesandten verkündend, der nach mir kommen wird: sein Name ist Ahmad.“ Als er nun mit den klaren Beweisen zu ihnen kam, sagten sie: „Das ist deutliche Zauberei. (Koran, 61:6)

Die Christen hingegen versichern, dass Jesus das Wort Paraklit für den Heiligen Geist verwendete. Doch warum sollte der Heilige Geist ein Vermittler, Fürsprecher und Anwalt sein? Selbst wenn wir akzeptieren, dass Paraklit aus Parakletos abgeleitet ist, sind diese Attribute doch viel eher dem Propheten Muhammad zuzuordnen. Abgesehen davon tendieren Übersetzer der Evangelien auch dazu, Paraklit  mit Ratgeber, Helfer oder Tröster wiederzugeben. Niemand, der behauptet, Paraklit beziehe sich auf den Heiligen Geist, hat jemals wirklich beweisen können, dass der Heilige Geist wirklich herabgekommen ist und getan hat, was Jesus in diesen Versen ankündigt. Jesus überbringt außerdem die frohe Kunde, dass derjenige, der erscheinen wird, nicht nur als Paraklit kommen wird, sondern auch als Herrscher dieser Welt und als Geist der Wahrheit; er werde noch viele weitere Attribute besitzen, über die ein Prophet auf jeden fall verfügen muss, nicht jedoch ein „Geist“. (siehe hierzu: Der Koran, Ali Ünal, Anhang 1, Fußnote 4, S.1335, aber auch: Die Botschaft des Koran, Muhammad Asad, Fußnote 6, S. 1057)

Dies geht auch aus den folgenden Versen hervor:

Wenn aber der Beistand kommt, den ich euch vom Vater aus senden werde, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, dann wird er Zeugnis für mich ablegen. (Johannes, 15:26)

Noch vieles habe ich euch zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen. Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in die ganze Wahrheit führen. Denn er wird nicht aus sich selbst heraus reden, sondern er wird sagen, was er hört, und euch verkünden, was kommen wird. Er wird mich verherrlichen; denn er wird von dem, was mein ist, nehmen und es euch verkünden. ( Johannes, 16:12-14)

Ich werde nicht mehr viel zu euch sagen; denn es kommt der Herrscher der Welt. (Johannes, 14:30)

Der französische Wissenschaftler Prof. Maurice Bucaille, schrieb bereits in seiner 1976 veröffentlichten Studie zum Thema folgendes:

„Mann kommt also bei aller Logik zu der Ansicht, dass es sich beim Paraklet des Johannes um ein menschliches Wesen wie Jesus handelt, dass die Fähigkeit zu hören und zu sprechen hat, Fähigkeiten, die der griechische Text des Johannes formell impliziert. Jesus kündigt also an, dass Gott später ein menschliches Wesen auf diese Erde schicken wird, und das die von Johannes definierte Rolle spielen wird, die- mit einem Wort gesagt- die eines Propheten sein wird, der die Stimme Gottes hört und seine Botschaft den Menschen wiederholt. Dies ist die logische Interpretation des Johannes-Textes, wenn an den Worten ihren realen Sinn gibt.

Die Tatsache, dass in dem Text, den wir heute besitzen, die Worte „Heiliger Geist“ stehen, könnte sehr gut auf eine spätere absichtliche Ergänzung hinweisen, die bestimmt war, den ursprünglichen Sinn einer Passage zu ändern, der- da er das Auftreten eines Propheten nach Jesus ankündigte- im Widerspruch zur Lehre der entstehenden christlichen Kirchen stand, die in Jesus den letzten Propheten sah.“ (Bibel, Koran und Wissenschaft- Die Heiligen Schriften im Licht moderner Erkenntnisse, S.113-117)

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