Duldet der Islam keine Kritik?

von Ecevit Polat am 25. Mai 2012

In sämtlichen Propheten Biographien wird berichtet, dass der Gesandte Gottes zu seiner Lebzeit viele Dichter und Kritiker morden ließ.

Ein jüdischer Dichter namens Kab Ibn Aschraf beklagte in einem Gedicht den Tod edler Quraischiten, die im Kampf gegen die Muslime umkamen und drohte den Schuldigen Rache an. Als der Prophet das hörte, rief er aus: „wer schafft mir Ibn al-Aschraf vom Hals?“ Wenig später war der Dichter in eine Falle gelockt und getötet.  (siehe hierzu:Guillaume, Das Leben des Propheten, S. 364-69)

Zwei weitere Fälle haben sich damals ereignet: Ein Greis namens Abu Afak hatte in Versen den Medinensern vorgeworfen, einem hergelaufenen Fremden (dem Propheten), der ihnen ständig Vorschriften mache, zu gehorchen. Der Prophet sprach: „Wer zahlt mir diesem Schurken heim? Worauf Salim ibn Umair, ein Bruder der Banu Amr ibn Auf, hinging und ihn tötete.“

Darüber empörte sich eine Frau namens Asma bint Marwan öffentlich über den Propheten. Als Muhammad (s) diese Worte vernahm, rief er: „Wer schafft mir die Tochter Marwans vom Hals? Umair ibn Adi al-Chatmi, der bei ihm war, hörte die Worte und noch in derselben Nacht ging er in ihr Haus und tötete sie.“ (Ibn Rasiq: Umda, Bd. 1, S.22)

Wie sind solche Überlieferungen im Angesicht des Korans zu beurteilen? Werden Kritiker des Islam laut der Heiligen Schrift, mit der Todesstrafe bedroht?

„Wohl sind vor dir Gesandte als lügenhaft gescholten worden; doch trotzdem sie verleugnet und verfolgt wurden, blieben sie geduldig, bis Unsere Hilfe ihnen kam. Es gibt keinen, der die Worte Allahs zu ändern vermöchte. Wahrlich, schon kam Kunde zu dir von den Gesandten.“ (Koran 6:34)

„Wer dem Gesandten gehorcht, der gehorcht in der Tat Allah; und wer sich abkehrt – wohlan, Wir haben dich nicht gesandt zum Hüter über sie.“ (Koran 4:80)

Der Prophet ist nur ein Warner und kein Wächter oder Hüter über diejenigen, denen er die Botschaft bringt, sein Auftrag ist nur, die Botschaft nach bestem Wissen und Gewissen zu verkündigen.

„Und hätte dein Herr Seinen Willen erzwungen, wahrlich, alle, die auf der Erde sind, würden geglaubt haben insgesamt. Willst du also die Menschen dazu zwingen, dass sie Gläubige werden?“ (Koran 10:99)

Nirgendwo ist zu lesen, dass Gott seinen Propheten oder die, die im Islam die Befehlsgewalt haben, beauftragt, gegen diejenigen mit Gesetzesgewalt vorzugehen, die Gott beleidigen. Im Gegenteil, es ist den Muslimen nicht erlaubt, die Götter und Götzen der Andersdenkenden zu beleidigen. Hier der Koranvers 6:108:

„Und schmähet nicht die, welche sie statt Allah anrufen, sonst würden sie aus Groll Allah schmähen ohne Wissen. Also ließen Wir jedem Volke sein Tun als wohlgefällig erscheinen. Dann aber ist zu ihrem Herrn ihre Heimkehr; und Er wird ihnen verkünden, was sie getan.“

Deshalb kann man gelassen davon ausgehen, dass die überlieferten Berichte in Bezug auf die Kritik der Religion, frei erfunden wurden.

Siehe hierzu auch den folgenden Link: https://antikezukunft.de/2011/06/05/wie-viele-authentische-hadithe-gibt-es/

 

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