Verbietet der Koran Freundschaften zu Andersgläubigen?

von Ecevit Polat am 28. November 2012


Viele christliche Würdenträger halten eine enge freundschaftliche Beziehung zu den Muslimen für nicht möglich. Der Grund sei offensichtlich im Koran begründet. Für den Theologen und Jesuiten Professor Samir Khalil Samir, beinhalten einige Koranverse feindliche Einstellung gegenüber den Christen allgemein (siehe hierzu: 100 Fragen zum Islam, 156-157). Als Beleg führt Samir vor allem die folgende Koranstelle an: „O ihr, die ihr glaubt! Nehmt nicht die Juden und die Christen zu freunden. Sie sind einander Freunde“ (Koran 5:51).

Solange Muslime sich nicht gegen diese Aufforderung im Koran erheben, oder ernsthaft in Frage stellen, so sei auch keine authentische Freundschaft mit den Muslimen auch nur denkbar.

Ludwig Hagemann, Professor für Systematische Theologie ist sogar der Ansicht, dass der Vers: „Nehmt nicht die Juden und die Christen zu Freunden“ im Mittelalter dazu geführt hat, die Christen im wahrsten Sinne des Wortes aus der Gemeinschaft der Gläubigen auszuschließen: „Das Muhammad gegen Ende seines Lebens, als er die Macht auf der Arabischen Halbinsel errungen hatte, die endgültige Ausgrenzung der Christen vollzog, indem er sie aus der Gemeinschaft der Gläubigen ausschloss… (Christentum contra Islam, S. 8).

Ist es eine generelle Aufforderung vom Koran, Juden und Christen nicht als Freunde zu nehmen? Weshalb ermutigt der Koran die Muslime zu solch einer Haltung?

Zunächst sollte der maßgebliche Begriff „auliya“ näher erläutert werden. In den gängigen Übersetzungen wird es üblicherweise mit „Freunde“ wiedergegeben. Der türkische Koranexeget Mustafa Islamoglu, weist ausdrücklich darauf hin, dass der Begriff „auliya“ nicht ausschließlich mit „Freunde“ übersetzt werden kann. Vielmehr könnte es auch wie folgt übersetzt werden: „Freund, Weggefährte, Vertrauter, Autorität, Verbündeter, Vormund, Treuhänder und Beschützer“ (Hayat Kitabi Kur´an, S. 202, 2 Auflage 2008).

Da der Begriff verschiedene Bedeutungen haben kann, gibt es mittlerweile auch in diversen Koranübersetzungen Erläuterungen hierzu. So fügt zum Beispiel Dr. Murad Wilfried Hofmann in einer Fußnote zu 5:51 folgende zusätzliche Bedeutungen wie  „zu Verbündeten“ oder „zu Beschützern“ hinzu (Der Koran, S. 108, Verlag Diederichs 2007).

Wegen dem verschiedenen Bedeutungsgehalt des Wortes „auliya“, kann unweigerlich in den meisten Koranübersetzungen festgestellt werden, dass die Übersetzter letztendlich subjektiv eine von vielen Bedeutung favorisieren, wie zum Beispiel:

° „Nehmt Juden und Christen nicht als Vertraute“ (Koranübersetzung nach Mustafa Maher)

° „Nehmt euch nicht die Juden und die Christen zu Freunden“ (Koranübersetzung nach Rudi Paret)

° „Nehmt nicht die Juden und die Christen als Beistand“ (Koranübersetzung nach Ahmad Milad Karimi)

Unter den muslimischen Koranexegeten gibt es keinen Konsens darüber, warum und weshalb der Koranvers 5:51 offenbart wurde. Einige behaupten, es sei gegen die Juden offenbart. Andere wiederum wähnen, es sei gegen Christen und Juden gleichermaßen offenbart worden (siehe hierzu: Muhammad Abduh, Tefsirul Kur´ani´L-Hakim, Bd. 6, S. 560-570).

Traditionelle Korangelehrte wie ibn Kesir (gest. 1373), kommentierte den Koranvers 5:51 dahingehend, dass Juden und Christen die unbestreitbaren Feinde der Muslime seien. Bemerkenswert ist, dass ibn Kesir (gest. 1373) diese Feindschaft verallgemeinert und auf alle Juden und Christen bezieht. Schon in der ersten Zeile seiner Kommentierung schreibt er: „Möge Gott der Erhabene Seine Gläubigen Diener vor den Feinden des Islams und der Muslime, den Juden und Christen- Gott möge sie verfluchen- vor einer Freundschaft bewahren!“ (Tefsir´ul-Qur´an il-Azim, Bd. 3, S. 350).

Zeitgenössische Theologen nehmen 5:51 auch als Anlass dafür, um alle Juden und Christen der Gegenwart zu verdammen. Erstaunlicherweise schließen sich der Interpretation einer Feindschaftsideologie, nicht nur konservative Theologen, sondern auch sogenannte liberale Denker an. Prototyp dafür ist der türkische Autor und ehemalige Dekan der theologischen Fakultät von Istanbul, Professor Yasar Nuri Öztürk. Bekanntlich wird Öztürk im Westen als der „Luther des Islam“ gefeiert. Seine Veröffentlichungen erzielen allein in der Türkei mehrstellige Auflagen (siehe hierzu: Gerhard Schweizer, Die Türkei – Zerreißprobe zwischen Islam und Nationalismus, S. 161).

Für Öztürk besteht indes kein Zweifel daran, dass die Schuld an dem miserablen Zustand in der islamischen Welt, hauptsächlich durch die Freundschaft an Juden und Christen verursacht sei. Der Koranvers 5:51 warnt nach Öztürks Auslegung die zukünftige islamische Gemeinschaft davor, Freundschaften mit Juden und Christen einzugehen. Somit wird dem Vers eine allgemeingültige Grundhaltung in Bezug auf Juden und Christen von Öztürk beigemessen (siehe hierzu: Kur´an Penceresinden Kurtulus Savsina Bir Bakis, S. 413-422, Yasar Nuri Öztürk).

Der katholische Koranforscher Professor Hans Zirker macht in diesem Zusammenhang auf eine wichtige Lesart des Korans aufmerksam. Nach Zirker können nicht einfach Koranverse aus dem Zusammenhang gerissen werden, um bestimmte ideologische Interpretationen erschließen zu können. Erst der gesamt Kontext,  erlaube gewisse Schlussfolgerungen ziehen zu können: „Die unterschiedlichen Bewertungen sind nur dann verständlich, wenn man die Kontexte dieser Verse mitberücksichtigt. Dort findet man jeweils gegensätzliche Umstände angesprochen. Wo vor den Juden und Christen gewarnt wird, lesen wir in der Nähe„O ihr, die ihr glaubt, nehmt euch nicht die zu Freunden von jenen, denen vor euch die Schrift (Juden und Christen) gegeben wurde, und von den Ungläubigen, die mit eurem Glauben Spott und Scherz treiben und fürchtet Gott, wenn ihr Gläubige seid“ (Koran 5:57) […] Zweifellos haben wir es also bei den Bewertungen der „Leute der Schrift“ und insbesondere der Christen im Koran nicht mit allgemein gültigen Aussagen zu tun, sondern mit sehr situationsbezogenen“ (Der Koran, Zugänge und Lesarten, S. 137-138).

Ähnlich wie Zirker betont auch der islamische Gelehrte und ehemalige Ministerpräsident Irans Mehdi Bazargan besorgt daraufhin, dass es keinen allgemeinen Aufruf seitens des Korans gibt, Andersgläubige nicht als Freunde zu nehmen. Entscheidend sind die Eigenschaften im Umgang mit den Muslimen und nicht der Glaube als solche: „Der Koran erklärt, dass das Verbot der Freundschaft (wilaya) mit den Buchbesitzern (Juden und Christen) nicht allgemein zu bewerten ist, sondern sich auf diejenigen unter ihnen bezieht, die sich wie Ungläubige und Götzendiener über die Muslime lustig machen und ihre Religion und den Gottesdienst als Spielzeug und als lächerlich betrachten“ (Und Jesus ist sein Prophet, S. 73-74).

Der Abschnitt in 5:57 „die mit eurem Glauben Spott und Scherz treiben“ definiert grundlegende Merkmale, welche es nicht erlauben als Freunde zu sich zu nehmen wie zum Beispiel: „keinen Respekt vor anderen Religionen und Andersgläubigen zu haben, und vor allem die Intention noch hegt, die religiöse Ausdruckformen zu beleidigen“.

Ali Ünal versucht auf diese Haltung in seiner Koran-Übersetzung durch Ergänzung in den Klammern im Text  aufmerksam zu machen: „Nehmt euch nicht die Juden und die Christen (die den Muslimen gegenüber feindselig sind) zu Beschützern und Vertrauten“ (Ali Ünal, Der Koran und seine Übersetzung, S. 296).

In der selben Sure heißt es unter anderem: „Und du wirst zweifellos finden, dass die, welche sagen: “Wir sind Christen” den Gläubigen am freundlichsten gegenüberstehen. Dies (ist so), weil es unter ihnen Priester und Mönche gibt und weil sie nicht hochmütig sind (Koran 5:82).

Der historische Anlass dieses Verses war, dass der Prophet Muhammed (s) fünf Jahre nach Beginn der ersten Offenbarung im Jahre 615, ca. hundert Muslime nach Abessinien (Äthiopien) auswandern ließ, denn in Mekka wurden sie bis aufs Leben brutal wegen ihres Glaubens verfolgt. Dort herrschte ein gerechter Christ namens Negus, der den Ruf genoss, sein Volk gerecht und respektvoll zu behandeln (siehe hierzu: Nesei, el-Kubra, Bd. 6, S. 336, Hadit Nr. 11148). In der ältesten Propheten Biografie von ibn Ishak (gest. 767) wird diese historische Begebenheit wie folgt geschildert: „Als der Prophet all das Unglück sah, das seine Gefährten traf, und erkannte, dass er sie nicht davor schützen konnte, obwohl er selbst dank der Hilfe Gottes und seines Onkels Abu Talib verschont blieb, riet er ihnen, nach Abessinien wegzuziehen. „Denn dort“, so sprach er, „herrscht ein König, bei dem niemandem Unrecht geschieht. Es ist ein freundliches Land. Bleibt dort, bis Gott eure Not zum Besseren wendet!“. Darauf zogen die Gefährten des Propheten nach Abessinien, da sie die Versuchung fürchteten, vom Islam abzufallen, und sich mit ihrem Glauben zu Gott flüchten wollten“ (Ibn Ishaq, Das Leben des Propheten, S. 65).

Die spätere Frau des Propheten Umm Salama befand sich auch unter den ersten Muslimen, die nach Abessinien auswanderten. Ihren persönlichen Erlebnis schildert sie folgendermaßen: „Als wir in Abessinien ankamen, wurden wir vom Negus aufs Beste aufgenommen. Wir konnten in Sicherheit unseren Glauben ausüben und Gott dienen, ohne dass wir misshandelt wurden oder etwas Unziemliches zu hören bekamen“ (Ibn Ishaq, Das Leben des Propheten, S. 65-67, Spohr Verlag 1999).

Der Koran definiert offen, dass Freundschaften nicht ausschließlich nur Muslimen vorbehalten sind. In der Sure al.-Mumtahana (die geprüfte) wird unmissverständlich darauf hingewiesen, mit wem Freundschaften einzugehen bzw. Abzulehnen sei. So beschreibt der Vers: „Gott verbietet euch nicht, gegen jene, die euch nicht des Glaubens wegen bekämpft haben und euch nicht aus euren Häusern vertrieben haben, gütig zu sein und redlich mit ihnen zu verfahren; wahrlich, Gott liebt die Gerechten. Doch Gott verbietet euch, mit denen, die euch des Glaubens wegen bekämpft haben und euch aus euren Häusern vertrieben und (anderen) geholfen haben, euch zu vertreiben, Freundschaft zu schließen. Und wer mit ihnen Freundschaft schließt − das sind die Missetäter (Koran 60:8-9).

Danach kann grundsätzlich mit jedem eine Freundschaft geschlossen werden, eine grundlegende Voraussetzung wäre jedoch, respektiert und wegen des Glaubens nicht diffamiert zu werden.

Welche Konsequenzen selektive Koranauslegungen schlussfolgern können, beschreibt der in Münster Lehrende Theologe Professor Mouhanad Khorchide in seinem vor kurzem erschienenen Buch „Islam ist Barmherzigkeit“. Seine jungen Jahre verbrachte Khorchide hauptsächlich in Saudi Arabien, wobei er in die Grundzüge der Religion dort in der Schule eingewiesen wurde. Seine eigene Erfahrung schildert er wie folgt zusammen: „Das Dogma der Inklusion und Exklusion besagt, dass die Loyalität eines Muslims (wala) – das umfasst werte wie Liebe, Mitgefühl, Hilfsbereitschaft usw.- nur gegenüber den Muslimen gelten dürfe, und dass ein Muslim dazu verpflichtet sei, sich von allen Nichtmuslimen loszusagen (Islam ist Barmherzigkeit, S. 16).

Sagt der Koran denn nicht: „(Dies ist) ein Buch, dessen Verse vervollkommnet und dann im Einzelnen erklärt worden sind,  von einem Allweisen, Allkundigen“ (Koran 11:1).

 

 

 

 

 

 

 

 

{ 13 Kommentare… lese sie unten oder schreibe selbst einen }

Eddy November 28, 2012 um 17:13

Auf jeden Fall ist ganz klar zu sehen wenn man den Koran im Kontext versucht zu verstehen – wie es auch der Koran fordert:”Erhaben ist Allah, der König, der Wahre! Und übereile dich nicht mit dem Qur’an, bevor dir seine Offenbarung vollständig eingegeben worden ist. Und sag: Mein Herr, lasse mich an Wissen zunehmen.” Quran 20:114)

kann man klar sehen das im Koran das keine Gruppierung aufgrund falscher oder anderer Religiösität angefeindet werden darf solange diese keinem Unrecht tut:

Denn niemals würde dein Erhalter eine Gemeinschaft wegen unrechter (Glaubensvorstellungen allein) vernichten, solange ihre Leute sich rechtschaffen (zueinander) verhalten.

Sura 11 Vers 117 Die Botschaft des Koran – Muhammad Asad

5:46: Und in
ihren Spuren ließen wir Jesus folgen, den Sohn der Maria, um die Thora, die vor ihm war, zu bekräftigen. Und
Wir gaben ihm das Evangelium mit einer Rechtleitung und einem Licht, die Thora, die vor ihm war, bestätigend
als eine Rechtleitung und Ermahnung für die Gottesfürchtigen. 47. Und die Leute des Evangeliums sollen nach
dem urteilen, was Allah darin herabgesandt hat; und wer nicht Urteil nach dem spricht, was Allah hinabgesandt
hat – das sind fürwahr Frevler.

5.69: Siehe, die Gläubigen und die Juden und die Sabäer und die Christen – wer da glaubt an Allah und an den
Jüngsten Tag und das Rechte tut – keine Furcht soll über sie kommen, und sie sollen nicht traurig sein

2:62: Siehe, die da glauben, auch die Juden und die Christen und die
Sabäer- wer immer an Allah glaubt und an den Jüngsten Tag und das Rechte tut, die haben ihren Lohn bei ihrem
Herrn. Keine Furcht kommt über sie, und sie werden nicht traurig sein.

22:40: Jenen, die schuldlos aus
ihren Wohnungen vertrieben wurden, nur weil sie sagten: “Unser Herr ist Allah!” Und hätte Allah nicht die einen
Menschen durch die anderen abgewehrt, wären (viele) Klöster, Kirchen, Synagogen und Moscheen, in denen
Allahs Name häufig gedacht wird, bestimmt zerstört worden. Und wer Ihm helfen will, dem hilft gewiss auch
Allah; denn Allah ist stark und mächtig.

5:66: Wenn sie die Thora
und das Evangelium befolgten und was zu ihnen von ihrem Herrn hinabgesandt wurde, wahrlich, dann speisten
sie von dem, was über ihnen und zu ihren Füßen ist. Unter ihnen sind einige, welche die rechte Mitte einhalten;
doch die meisten von ihnen -schlimm ist, was sie tun.

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Eddy November 28, 2012 um 17:15

man beachte: im Koran werden auch zu allen Menschen im allgemeinen Sinne als “die meisten” also auch unter Muslimen kritisiert nicht nur einfach Juden und Christen

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Baycan Yanar November 28, 2012 um 21:37

Toller Artikel und sehr gute primäquellen hast du angegeben. Was Öztürk anbelangt; Eine Katastrophe! Es ist nicht nur ein Fehler, sondern eine ideologisch führende gefährlige Hasspredigt!! Wie kann er so etwas als Professor und Dekan von sich geben? Ich habe 20 Bücher von ihm gelesen und man kann den Prozess seiner Veränderung gut beobachten. Auch dass er versucht als Theologe etwas in Sachen Geschichte einzugehen ist gescheitert. Dieses erkennt man an seinen Quellenangaben in dem er welche nennt, die selbst unter den Historikern bestritten sind und nicht ernstgenonmen werden. Ich zweifle mitlerweile an seinem Professor Titel.

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Torsten Rudolf Otterbein November 29, 2012 um 08:41

Ich hab mir den Bericht einmal durchgelesen und finde es sehr spannend. Ich muß zugeben, ich kenne den Koran nicht. Also ist es für mich schwierig diese wenigen Textstellen aus dem Zusammenhang heraus zu bewerten. Aber, ich als Christ verstehe eigentlich nicht, wieso es überhaupt zu so einer Frage kommt: Verbietet der Koran Freundschaften zu Andersgläubigen? Wenn ich eine Freundschaft eingehe, frage ich da zuerst nach seinem Glauben? Wenn er, aus muslimischer Sicht, Christ ist, ist er automatisch kein guter Mensch? Oder ist für ein Christ der Moslem automatisch kein guter Mensch, mit dem ich nicht befreundet sein kann? Das wäre ja schrecklich! Für mich als praktizierenden kath. Christen, stellt sich so eine Frage wirklich nicht.

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Tuna November 29, 2012 um 14:47

Ein beispielhafter Artikel, das man teilen sollte, weil es leider in vielen Moscheen anders gelehrt wird, sodass viele von der Kinderheit aus falsch darüber denken und es auch falsch weiterleiten. Christen und Juden werden als “kafir” ungläubige charakterisiert und mit ungläubigen sollte man soweit ich weis keine Freundschaft anfangen. Doch unter “kafir” versteht man “verbirgen der Wahrheit” oder ” Glaubensverschweigerer” beispelsweise Pharao. Andersgläubige wie Juden und Christen kann man also nicht daraus entziffern, daher kann man klarstellen, dass die Freundschaft zu Andersgläubigen im Islam erlaubt ist.

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mellymell November 29, 2012 um 23:53

Dieser Artikel wischt den Nebel vor den Augen!!! Es ist immer wieder ein Genuss auf diesem Blog zu stöbern und Fakten präsentiert zu bekommen… Lieber Herr Ali Munzur, bitte nicht aufhören.

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Eddy November 30, 2012 um 12:00

Zu Yasar Nuri Öztürk

Ich hab mir die kritische Stelle (5:51) in seinem Kommentar (Kurandaki Islam) angeschaut und muss sagen das YNÖ nicht ganz verallgmeinert mit Christen und Juden umgeht sondern über den Koran argumentiert, dass es auch wenige gibt, die den geraden Weg folgen – wenn man seine dortige Interpretation von 5:51 anschaut geht es Öztürk nicht darum generell die Christen und Juden schlecht zu machen sondern viel eher darauf hinzuweisen, wie die anderen Schriftbesitzer (Juden Christen) ihre Macht zum Schlechten benutzt haben und auch Muslime damit geschädigt haben (Imperealismus und seine Folgen) ich würde also Öztürk keine direkte Abneigung zu Juden und Christen attestieren er redet von den Schriftbesitzern im Sinne vom Westen allgemein

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alimunzur November 30, 2012 um 21:48

Selam Eddy,

das Buch, was du zitierst “Kurandaki Islam” wurde von Öztürk 1992 geschrieben. In seinem letzten Buch “Kur´an Penceresinden Kurtulus Savsina Bir Bakis” schreibt er wortwörtlich, dass sogar alle in der EU und in den Vereinigten Staaten in die Kategorie zu 5:51 gezählt werden. Es ist offenkundig, dass Öztürk nach 20 Jahren seine Sichtweise revidiert hat. Ich kann es nicht nachvollziehen, wie Du ohne sein neustes Buch gelesen zu haben, immer noch an seinem Buch von 1992 Gehör verschaffst. Eigentlich solltest Du sein neustes Buch “Kur´an Penceresinden Kurtulus Savsina Bir Bakis (2012)” gelesen haben und dann erst darüber urteilen! Es steht Dir einfach nicht zu, in seinem Namen etwas anderes zu interpretieren! Wenn Öztürk seine Weltanschauung verändert hat, dann sollte das zumindest sein Problem sein. Daher mein Vorschlag an Dich, bitte erst sein Buch lesen und dann über den Inhalt diskutieren!

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Baycan Yanar November 30, 2012 um 21:45

“”Ich hab mir die kritische Stelle (5:51) in seinem Kommentar (Kurandaki Islam) angeschaut”” Na super. Ein Buch aus dem jahre 1992 hast du dir angeschaut, doch was er in seinem aktuellen Buch sagt das weist du nicht und kennst du nicht…. wieso redest du, ohne sich ausführlich mit ihm auseinandergesetzt zu haben? Ich habe sein aktuelles Buch “Kurtulus Savasi” gelesen. Wenn er aktuell etwas anderes sagt als das, was er vor 20 jahren sagte, dann erkennt man doch diesen Prozess seiner veränderten Position. Auch Süleyman Ates kann man eine Stelle aus dem Tafsir nicht zitieren wenn er sagt, dass menstruierende Frauen nicht beten dürfen, während er in seiner ca. 15 Jahre später verfassten Koranenzyklopädie und seinem aktuellen Ilmihal das Gegenteil sagt. Die Position Öztürks hat sich verändert. Wir sollten nicht Quellen aus 20 jahre vorher zitieren, sondern die aktuellen sind hilfreicher und das Ubdate.

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Eddy Dezember 5, 2012 um 13:42

Slm Baycan un Alimunzur

Ich muss meine Position neu überdenken ich kenne das Buch nicht deswegen kann ich mir darüber kein Urteil bilden wie ich es oben teilweise getan habe ich habe das Buch bereits bestellt ich denke ich war zu voreilig mit meinem Teilurteil das muss ich klar einsehen darüber hinaus kenne ich den Autor ja persönlich und muss sagen, daß dieser gerade in Sachen Öztürk sowas nicht voreilig über Ihn schreiben würde das habe ich in meinen Posts nicht bedacht / ausreichend betont

Also sorry dafür

LG Eddy

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Lydia Dezember 9, 2012 um 01:56

Fragen wir mal so rum, meine Lieben: Warum sollte Gott Freundschaften mit netten Menschen verbieten, nur weil sie “falsch gelabelt” sind? Und warum sollte er andererseits die Freundschaft zu bestimmten Menschen favorisieren, nur weil sie zur “richtigen” Gruppe gehören? Wir sind vielleicht xenophob. Gott ist es deswegen noch lange nicht. Allahu akbar. Gott ist größer als unser Quatsch von in-group / out-group-Abgrenzung.

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Eddy März 10, 2013 um 20:04

SO ich kanns nicht glauben aber es ist wahr – YNÖ auf S.413 nach dem Koranzitat “Maide 51″

sieht er generell eine Sünde (Zorn Gottes auf sich ziehen) darin mit Juden oder Christen Freundschaft zu schließen Zitat:

Basta Ehlikitap toplumlar (yahudi ve hiristiyanlar) olmak üzere, Islam’a ve müslümanlara kötülükler yapmis toplumlari ve kisileri dost etmek, hele hele onlari güdücü-yönetici mevkiine getirip müslümanlarin islerini ve iplerini onlarin eline vermek, Allahìn öfkesine carpilmamin temel sebeplerin biridir.

DEUSTCH:

Die Schriftbesitzer (Christen und Juden) an erster Stelle kommend, den mit Islam und Muslimen böses antuende Gesellschaften oder Personen Freundschaften zu schließen, besonders ihnen Führungspositionen zu geben und dadurch die Arbeit und Fäden der Muslime in ihre Hand zu geben, ist ein Hauptgrund für das Treffen des Zorn Gottes

Sehr schlimm hätte ich nicht erwartet hat seine Meinung geändert

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Marco März 17, 2015 um 13:09

Hallo beisammen,

erstmal danke für den erhellenden Artikel und für die zahlreichen aufmunternden Kommentare, die mir zeigen, dass der Wille vieler Muslime aber auch Christen hier in den Kommentaren auf ein vernünftiges Miteinander ausgerichtet ist.

Was ich mich allerdings frage ist, wie weit geht die Toleranz beider Seiten, wenn man beginnt, über den Glauben an sich zu diskutieren. Wenn ich den Koran richtig verstehe, dann läuft es bei der Diskussion um die “Freundschaft” oder wie auch immer man das Wort übersetzt, doch an vielen Stellen auch darauf hinaus, dass man sich nicht vom “rechten” Glauben abbringen lassen sollte. Wenn ich also mit Argumenten – nicht mit Schmähungen und Beleidigungen – als Atheist bspw. die Existenz Gottes generell zu hinterfragen versuche, dürfte nach meinem Verständnis der gläubige Muslim zu mir keine Freundschaft halten. Ich habe das auch bereits zweimal erlebt. Ich hatte recht gute Kontakte zu (unter etlichen anderen) zwei Muslimen. Mit denen habe ich mich irgendwann über religiöse Fragen ausgetauscht, einfach um denen meinen Standpunkt zu erläutern, nicht um etwa zu “missionieren” was einem Atheisten ja an sich fern liegt, das keinen “Auftrag von Gott” zur Verbreitung einer bestimmten Lehre gibt. In beiden Fällen liess bereits IN der Diskussion die Bereitschaft zu weiterer Kommunikation spürbar nach und der Kontakt brach nach und nach ab.

Ich finde das schade, denn ich diskutiere gerne über philosophosche und ethische Standpunkte und der Glaube an ein wie auch immer geartetes göttliches Wesen gehört für mich dazu. Mit einer Katholikin erging es mir im Übrigen nicht viel anders, es scheint also kein rein muslimisches Problem zu sein.

Und noch eine Frage stellt sich mir im Zusammenhang mit Freundschaften zu “Schriftbesitzern” und einigen Stellen im Koran, in denen den Schriftbesitzern ja “Fälschung” vorgeworfen wird. Wenn, wie Eddy sagt, die Juden und Christen nur befolgen brauchen, was in der Thora, bzw. der Bibel steht, kann damit doch nur die “Originalfassung” gemeint sein. Wenn aber doch die Originalfassungen durch die offiziellen Institutionen “gefälscht” wurden und nun falsch verbreitet werden, ist doch der “rechtgeleitete Glaube” durch Christen und Juden nur möglich, indem sie im Grunde den Koran als letztgültige Verkündigung Gottes anerkennen, da er ja die “Fehler der Fälschungen” richtig stellt und die “Originale” der Bibel und Thora nicht mehr vorhanden sein dürften, oder?

Das wiederum schließt dann aber m.E. aus, dass ein heutiger praktizierender Katholik, der Maria verehrt und an die Göttlichkeit Jesu glaubt, durch Muslime als “in der rechten Mitte halten” anerkannt werden können, wie Eddy den Koran 5:66 zitiert.

Mir wäre es am liebsten, wenn niemand darauf bestünde die Wahrheit zu “kennen” und man sich darauf einigen könnte, dass man etwas GLAUBT! Über das, was man glaubt, kann man diskutieren und es in der Diskussion sogar festigen. Und gerade gegenläufige Standpunkte können da sehr hilfreich sein, um seine eigenen Überzeugungen zu festigen. Wenn wir alle soweit kommen, dass man glauben darf, was man will und darüber auch reden darf, ohne den anderen damit zu beleidigen, dann wäre es sehr viel friedlicher in der Welt – wobei die Schwelle zur Beleidigung auch sehr unterschiedlich ist. Meine Behauptung: Ich glaube, dass es keinen Gott gibt, dürfte durch viele bereits als Beleidigung aufgefasst werden, oder?

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